Hungerkrise in Afrika

Russland gibt dem Westen die Schuld: „Rücksichtslose grüne Politik“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Staatsbesuch in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am Mittwoch.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Staatsbesuch in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am Mittwoch.

Addis Abeba. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine Verantwortung seines Landes für global steigende Lebensmittelpreise zurückgewiesen. Nicht Russland mit seiner Invasion in die Ukraine, sondern der Westen mit einer „rücksichtslosen grünen Politik“ und dem Horten von Lebensmitteln in der Corona-Pandemie seien für die „sogenannte Lebensmittelkrise“ verantwortlich, sagte Lawrow am Mittwoch in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

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„Die Lage in der Ukraine hat sich zusätzlich negativ auf die Lebensmittelpreise ausgewirkt, aber nicht durch die russische Spezialoperation, sondern die absolut unzureichende Reaktion des Westens, der Sanktionen verhängt hat“, erklärte Lawrow. Westliche Länder haben hingegen darauf verwiesen, dass Lebensmittel von Sanktionen ausgenommen sind. Sie haben Moskau für die globale Krise verantwortlich gemacht.

Lawrow spricht von „westlicher Sturheit“ die „immer recht haben“ will

Zur gerade erreichten Vereinbarung zum Export von ukrainischem Getreide durch sichere Korridore im Schwarzen Meer sagte der russische Chefdiplomat, diese hätte schon „lange, lange vorher“ erreicht werden können, wenn es nicht „die westliche Sturheit“ gäbe, „dass sie immer recht haben“. Russische und türkische Schiffe würden Frachtschiffe aus ukrainischen Häfen eskortieren, sobald die Ukraine ihre Küste entmint habe.

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Etwa 75.000 Russen in Ukraine-Krieg getötet oder verletzt

Im Krieg gegen die Ukraine gehen die Opferzahlen auf russischer Seite nach US-Schätzungen in die Zehntausende.

Viele afrikanische Länder sind auf Getreidelieferungen aus der Ukraine und Russland angewiesen. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs sprachen etliche afrikanische Staats- und Regierungschefs im Kreml vor, um ihre Sorgen auszudrücken – insbesondere am Horn von Afrika, das derzeit von der schwersten Dürre seit Jahrzehnten heimgesucht wird.

Die äthiopische Regierung, deren Land in der Region liegt, äußerte sich während Lawrows Besuch weder zum Krieg in der Ukraine noch zur globalen Lebensmittelkrise. Lawrow wollte mit seiner am Sonntag begonnenen Afrikareise die diplomatische Isolation Moskaus durchbrechen. Viele afrikanische Staaten haben Russland wegen der Invasion in die Ukraine nicht offen kritisiert.

RND/AP

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