Kommentar zur Inflation

Entlastung jetzt – nicht erst im kommenden Jahr

Die Menschen in Deutschland sollen wegen steigender Preise im laufenden Jahr einmalig mit einer Energiepreis­pauschale von 300 Euro über die Einkommens­steuer entlastet werden.

Die Menschen in Deutschland sollen wegen steigender Preise im laufenden Jahr einmalig mit einer Energiepreis­pauschale von 300 Euro über die Einkommens­steuer entlastet werden.

Berlin. Umfragen zeigen sehr deutlich, welches Thema bei den jüngsten Landtagswahlen für die Menschen die größte Rolle gespielt hat: die galoppierende Inflation. Bis hinein in die Mittelschicht wachsen die Sorgen, dass das gewohnte Leben unbezahlbar wird. In allen Lebensbereichen und bei fast allen Produkten steigen die Preise, teilweise mit zweistelligen Raten. Gerade die explodierenden Lebensmittel- und Energiepreise lösen Existenzängste aus.

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Inflation mit 7 Prozent weiterhin auf hohem Niveau

Höhere Energiekosten reißen Löcher in die Haushaltskassen der Menschen, aber auch Nahrungsmittel verteuern sich überdurchschnittlich.

Sicher, die Ampelkoalition hat ein Entlastungspaket geschnürt, das immerhin 30 Milliarden Euro umfasst. Doch das Paket ist gerade für Menschen mit geringen Einkommen zu dürftig ausgefallen. Die 20 Euro Sofortzuschlag für Kinder aus ärmeren Familien – eigentlich geplant als Übergangslösung bis zur Einführung der Kinder­grundsicherung – sind längst von der Inflation aufgefressen. Hier muss unbedingt nachgelegt werden.

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Es ist auch unverständlich, dass die Energiepreis­pauschale nur Erwerbstätigen gewährt wird. Studenten mit einem eigenen Haushalt, Elterngeld­bezieher sowie Rentnerinnen und Rentner sind ausgenommen, obwohl sie ebenfalls unter den gestiegenen Energiepreisen leiden. Die kräftige Rentenerhöhung im Sommer kann allenfalls ein Argument dafür sein, die Pauschale bei den Rentnern etwas geringer anzusetzen.

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Frühere Anpassung notwendig

Und schließlich muss Finanzminister Christian Lindner den Einkommens­steuer­tarif umgehend anpassen, um die Effekte der kalten Progression zu dämpfen. Die Menschen brauchen das Geld jetzt im Portemonnaie, nicht erst im kommenden Jahr. Das Argument des FDP-Politikers, die genaue Preissteigerungsrate für das Gesamtjahr sei noch unbekannt, zieht nicht, denn schließlich kann auch mit Prognosen gearbeitet werden.

Gibt es wirklich Grund zur Panik?

Wie (ir)rational ist die Angst vor Inflation?

Steigende Preise, hohe Inflation: Ist das ein Grund zur Panik? Wirtschafts­wissen­schaftlerin Kerstin Bernoth erklärt im Interview, welche Rolle psychologische Effekte spielen – und wie Menschen mit ihrem Konsumverhalten auf die Inflation wirken können.

Selbst die nicht für Übertreibungen bekannte Bundesbank ist sich sehr sicher, dass eine Inflation von knapp 7 Prozent eine sehr realistische Annahme ist.

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