IOC-Präsident Bach über Peking 2022: „Olympische Spiele können keine politischen Probleme lösen“

Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Berlin. IOC-Präsident Thomas Bach hat mit Blick auf die Olympischen Winterspiele in Peking seine strikte Trennung von Politik und Sport bekräftigt. Die Ringe-Organisation konzentriere sich auf das, wofür sie zuständig sei und was sie bewegen könne. „Das ist die Organisation der Olympischen Spiele gemäß der olympischen Charta und dem Ausrichtervertrag“, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees in einem „Sportschau“-Interview.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das bedeute: keine Diskriminierung, Presseberichterstattung, Öffnung des Internets, freie Meinungsäußerung für Athleten, Respektierung von Arbeitsstandards bei der Errichtung der olympisches Bauten und vieles mehr, betonte Bach.

Protest vor dem Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen die Winterspiele in Peking.

Protest vor dem Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen die Winterspiele in Peking.

Der Fall Peng Shuai

„Dass die politischen Fragen nicht durch das IOC adressiert werden können, ist – glaube ich – jedem neutralen Beobachter klar“, sagte der deutsche IOC-Präsident. „Die Olympischen Spiele können nicht die politischen Probleme lösen, die Generationen von Politikern bisher nicht lösen konnten.“ Politische Neutralität sei „sogar in der olympischen Charta verankert“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Im Fall der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai setze das IOC weiter auf „stille Diplomatie“. Man könne ein politisches Statement abgeben und darauf hoffen, dass die andere Seite darauf reagiere und dem Druck nachgebe, erklärte Bach. Die Erfahrungen vieler Regierungen und Organisationen und auch des IOC zeigten aber, „dass es erfolgversprechender erscheint, wenn man hier das direkte Gespräch sucht, wenn man in dieser stillen Diplomatie dann versucht, Verbesserungen zu erreichen“.

Peng Shuai, die frühere Weltranglistenerste im Doppel, hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker veröffentlicht. Der Post wurde bald danach gelöscht. Seither äußerten Sportler, Politiker und Menschenrechtler Sorge um das Wohlergehen der Tennisspielerin, mit der Bach inzwischen über Video gesprochen hat.

Die Winterspiele in Chinas Hauptstadt Peking finden vom 4. bis 20. Februar 2022 statt.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken