Offenbar keine Opfer

Iran bekennt sich nun doch zu Raketenbeschuss auf US-Konsulat im Irak

Ali Chamenei, verantwortlich für die iranischen Streitkräfte, bei einer Rede am Freitag.

Ali Chamenei, verantwortlich für die iranischen Streitkräfte, bei einer Rede am Freitag.

Bagdad. Der Iran hat sich als verantwortlich für den Raketenbeschuss am frühen Sonntag auf das US-Konsulat in Erbil im Norden des Iraks erklärt. Dies sei ein Vergeltungsschlag für einen israelischen Angriff in Syrien gewesen, bei dem zwei Mitglieder seiner Revolutionsgarde getötet wurden, hieß es. Der Angriff stellt eine erhebliche Eskalation zwischen dem Iran und den USA dar.

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Bei dem Angriff habe es keine Schäden an dem neu errichteten und derzeit nicht belegten Gebäude gegeben, verlautete aus dem US-Verteidigungsministerium. Auch verletzt oder getötet worden sei niemand. Aus irakischen Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, einige der mindestens zwölf Raketen hätten das Konsulatsgebäude getroffen. Beide Seiten machten den Iran für den Angriff kurz nach Mitternacht verantwortlich. Die iranische Seite hatte dies zunächst bestritten.

Auf der Website der iranischen Revolutionsgarde hieß es nun, sie habe den Angriff gegen ein israelisches strategisches „Verschwörungszentrum“ in Erbil verübt. Die Feindseligkeit zwischen den langjährigen Feinden USA und Iran hat sich oft im Irak abgespielt, dessen Regierung mit beiden Ländern verbündet ist.

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US-Streitkräfte häufiger unter Beschuss

Die USA verurteilten den Vorfall als „ungeheuerlichen Angriff auf die irakische Souveränität und als Ausdruck von Gewalt“. Die auf dem Flughafengelände von Erbil stationierten US-Streitkräfte sind in der Vergangenheit durch Raketen- und Drohnenangriffe unter Beschuss geraten, wofür US-Regierungsvertreter vom Iran unterstützte Gruppen verantwortlich machen.

Der oberste US-Befehlshaber für den Nahen Osten hat wiederholt vor der zunehmenden Bedrohung durch Angriffe des Irans und der vom Iran unterstützten Milizen auf Truppen und Verbündete im Irak und in Syrien gewarnt.

Der Sprecher des iranischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik, Mahmud Abbassade, hatte den Vorwurf, der Iran stecke hinter dem Anschlag in Erbil, früher am Sonntag zurückgewiesen. Die Behauptung könne bisher nicht bestätigt werden. „Wenn der Iran beschließt, Rache zu nehmen ... wird das sehr, sehr ernst, stark und offensichtlich sein“, sagte er in einem Interview mit einer lokalen Nachrichten-Website.

Diplomatische Verhandlungen bislang ergebnislos

Der Raketenbeschuss fiel mit regionalen Spannungen zusammen. Die Verhandlungen in Wien über das in die Brüche gegangene Atomabkommen mit Teheran sind wegen russischer Forderungen nach Sanktionen gegen Moskau wegen seines Krieges in der Ukraine ins Stocken geraten.

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In der Zwischenzeit setzte der Iran seine in Bagdad vermittelten Geheimgespräche aus, die darauf abzielten, die jahrelangen Spannungen mit dem regionalen Rivalen Saudi-Arabien zu entschärfen, nachdem Saudi-Arabien die größte bekannte Massenexekution in seiner modernen Geschichte mit über drei Dutzend getöteten Schiiten durchgeführt hatte.

RND/AP

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