Jamaika könnte 100 Milliarden Euro kosten

30 Milliarden Euro würden der Regierung der Verfügung stehen, ohne den Bundesaushalt in die roten Zahlen zu drücken.

30 Milliarden Euro würden der Regierung der Verfügung stehen, ohne den Bundesaushalt in die roten Zahlen zu drücken.

Berlin. Die Christdemokraten fürchten einem Medienbericht zufolge, dass sich eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen als Gefahr für den ausgeglichenen Bundeshaushalt erweisen könnte. „Allein die bereits bezifferbaren Forderungen betragen in Summe weit über 100 Milliarden Euro“, rechnen Fachleute der Partei in einem Papier vor, über das die „Welt“ (Montag) berichtet. Im Vergleich dazu betrage „der vorhandene Spielraum im Bundeshaushalt der 19. Wahlperiode insgesamt etwa 30 Milliarden Euro über vier Jahre“. Die Einhaltung der Schwarzen Null des Haushaltes, aber auch der verfassungsrechtlichen Schuldenregel erfordere eine klare Priorisierung der zu beschließenden Maßnahmen.

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Die Schwerpunkte der Parteien liegen weit auseinander

Grünen-Chef Cem Özdemir forderte einen Vorrang für Investitionen. Der Bund solle vor allem in Klimaschutz, schnelles Internet, Kitas, Schulen und Europa investieren, sagte Özdemir der Deutschen Presse-Agentur. Zudem solle die nächste Bundesregierung den Wohnungsbau und die Pflege stärken. „Haushaltsdisziplin und notwendige Investitionen stehen nicht im Widerspruch.“

CSU-Vize und Sondierungsmitglied Christian Schmidt pochte in der „Passauer Neuen Presse“ (Montag) auf eine Schwarze Null: „Es wäre ein falsches Signal, den Weg der Solidität zu verlassen. Neue Schulden belasten den Gestaltungsspielraum künftiger Generationen!“

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CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will eine Verschärfung der Migrationspolitik zur Bedingung für eine Jamaika-Koalition machen. Der „Bild“-Zeitung (Montag) sagte er: „Wir gehen nur in eine Koalition, die sicherstellt, dass unkontrollierte Zuwanderung nach Deutschland nicht mehr möglich ist.“ Dafür brauche Deutschland bundesweit Entscheidungs- und Rückführungszentren, in der sich jeder Flüchtling aufhalten müsse, bis sein Antrag geprüft sei. „Wer als Flüchtling Unrecht oder Gewalt nach Deutschland bringt, muss konsequent abgeschoben werden“, sagte Dobrindt.

Eine Jamaika-Koalition gilt für Klöckner nicht als ausgemacht

In die Detailgespräche der Jamaika-Sondierungen steigen die Unterhändler an diesem Dienstagabend ein. Dann geht es um die Reizthemen Steuern, Finanzen und Europa. Am Donnerstag folgt der für alle Seiten wichtige Themenkomplex Migration und Zuwanderung.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hält eine Jamaika-Koalition nicht für sicher. „Nichts ist unmöglich, deshalb ist es auch noch möglich, dass es nicht klappt“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin der Deutschen Presse-Agentur. „Man muss wirklich mit dem Wunsch des Gelingens reingehen, eine Einigung um jeden Preis wird es aber nicht geben.“

Von Carsten Hoffmann/dpa/RND

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