Kinder ertrinken im Mittelmeer

Völlig überladen: Flüchtlingsboot im Mittelmeer. Eines dieser Boote ist gekentert.

Völlig überladen: Flüchtlingsboot im Mittelmeer. Eines dieser Boote ist gekentert.

Rom. Immer wieder kentern Flüchtlingsboote im Mittelmeer, oft sterben dabei Dutzende oder gar Hunderte Menschen. In diesen Tagen versuchen wieder besonders viele Menschen, von Afrika aus nach Italien zu gelangen, weil das Wetter für die Überfahrt relativ gut ist. Doch die meisten Boote sind völlig überladen, sie kentern auch bei leichtem Wellengang. So wurden nach einem neuen Unglück vor der libyschen Küste bis zum Donnerstag 34 Leichen geborgen – die meisten davon kleine Kinder. Nach Angaben einer Sprecherin der Hilfsorganisation MOAS waren drei Holzschiffe mit rund 1500 Menschen vor der libyschen Küste unterwegs. Eines der Boote sei gekentert. Rund 200 Menschen seien ins Wasser gefallen, darunter zahlreiche Kinder und Frauen.

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Auch die italienische Küstenwache ging nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa von 34 Toten aus. Erst am Vortag war bekannt geworden, dass am vergangenen Freitag möglicherweise mehr als 150 Migranten gestorben sein könnten. Überlebende hätten von 156 Vermissten berichtet, hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitgeteilt. In diesem Jahr sind bei der Überfahrt über das Mittelmeer bereits mehr als 1340 Menschen ums Leben gekommen.

Flüchtlinge werden offenbar ausgeraubt

Derweil wurde die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet Zeuge eines weiteren Zwischenfalls. Von Booten der libyschen Küstenwache sei während einer Rettungsaktion auf Flüchtlingsboote geschossen worden. Zudem seien Migranten geschlagen worden, hieß es in einer Mitteilung. Zwei Boote seien wieder zurück nach Libyen gebracht worden. „Über 100 Menschen sind aus Panik ins Wasser gesprungen. Zum Glück hatten die meisten Rettungswesten an, die wir schon verteilt hatten“, erklärte der Kapitän des Schiffs Juventa der Mitteilung zufolge.

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Die Organisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) und SOS Méditerranée berichteten, Männer der Küstenwache hätten mit vorgehaltener Waffe Flüchtlingen Geld, Handys und anderen Besitz abgenommen. Dies habe zu einer Panik geführt und mehr als 60 Migranten seien ins Meer gesprungen.

Von RND/dpa

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