Grünen fehlen 23 Stimmen

Nur drei Parteien schaffen Einzug in den Landtag: alle Ergebnisse im Überblick

Sie kämpften bei der Landtags­wahl im Saarland am 27. März um das Amt des Minister­präsidenten: Amts­inhaber Tobias Hans (CDU) und Wirtschafts­ministerin Anke Rehlinger (SPD). Nun liegt das Ergebnis vor.

Sie kämpften bei der Landtags­wahl im Saarland am 27. März um das Amt des Minister­präsidenten: Amts­inhaber Tobias Hans (CDU) und Wirtschafts­ministerin Anke Rehlinger (SPD). Nun liegt das Ergebnis vor.

Das Saarland hat am Sonntag seinen Landtag gewählt. Die SPD mit Spitzenkandidatin Anke Rehlinger gewinnt die Wahl deutlich vor der CDU, die um zwölf Prozentpunkte eingebrochen ist. Ministerpräsident Tobias Hans wird sein Amt abgeben müssen. Sowohl die Linke als auch FDP und Grüne verpassen den Einzug in den Landtag in Saarbrücken - letztere sogar nur 23 Stimmen. Die Wahl­beteiligung fällt mit Rund 61 Prozent geringer aus als bei der vergangenen Landtags­wahlen 2017 mit 69,7 Prozent.

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Die detaillierten Ergebnisse aus den drei Wahlkreisen und wie die Wähler im Vergleich zur vergangenen Wahl gewandert sind, erfahren Sie hier.

Landtags­wahl im Saarland 2022: Stimmen­anteile der Parteien

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Landtags­wahl im Saarland 2022: Gewinne und Verluste der Parteien

Landtags­wahl im Saarland 2022: Sitz­verteilung im Landtag

Landtags­wahl im Saarland 2022: Koalitions­rechner

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Landtags­wahl im Saarland 2022: Ergebnisse in den Wahl­kreisen

Landtags­wahl im Saarland 2022: Umfrage­verlauf

Landtags­wahl im Saarland 2022: Wähler­wanderung

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Die Ausgangs­lage vor der Landtags­wahl im Saarland

Bis dato waren vier Parteien im saarländischen Landtag vertreten: CDU, SPD, Linke und AfD. CDU und SPD regierten in der vergangenen Legislatur­periode gemeinsam in einer großen Koalition, geführt von Tobias Hans (CDU). Er trat 2018 die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer an, als diese in die Bundes­regierung wechselte.

Insgesamt 18 Parteien und Wähler­gruppen hatten ihre Kandidaten nun ins Rennen geschickt – darunter 17 mit Landes­liste. Nur die AfD hatte keine, da sie wegen eines partei­internen Streits zurück­gezogen wurde. Sie stellte damit auch keinen Spitzen­kandidaten. Für den Kampf um den Posten des Minister­präsidenten hatten neben CDU und SPD mit Hans und Rehlinger, aber auch die Linken, die Grünen und die FDP Kandidaten ins Rennen geschickt.

Saarland seit 23 Jahren ohne Regierungs­wechsel

Jeder Wähler und jede Wählerin hatte eine Stimme. Damit wurden gleichzeitig die Landes- und eine der drei Wahlkreis­listen gewählt. Von den 51 Mandaten wurden 41 über die Wahlkreis-, die übrigen über die Landes­listen vergeben. Die Stimmen wurden nach dem sogenannten d‘Hondtschen Höchstzahl­verfahren ausgezählt. Es gilt – wie immer – eine Fünf­prozent­hürde.

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Geführt wurde das Saarland nun 23 Jahre lang ohne Unterbrechung von der CDU, seit 2012 regierte immer eine GroKo. Sowohl Hans als auch seine Gegnerin Rehlinger hatten bereits im Vorfeld der Wahl signalisiert, dass sie sich diese Konstellation auch weiterhin vorstellen könnten. Die SPD-Politikerin schloss aber auch eine Ampel­koalition nach dem Vorbild der Bundes­regierung nicht aus.

SPD legte in Umfragen zu, Wahlkampf­themen änderten sich

Die SPD hatte in Umfragen zuletzt einen deutlichen Vorsprung. Von November bis kurz vor der Wahl legte sie laut Meinungs­forschenden von 33 auf zuletzt 41 Prozent zu, während die CDU zwischen 28 und 31 Prozent schwankte. Tobias Hans musste kurz vor den Wahlen eine Niederlage nach der anderen einstecken: Erst sorgte ein Video auf Twitter, in dem er sich über die Sprit­preise aufregte, für Furore, dann vermeldete der Politiker am 16. März, er habe sich mit Corona infiziert.

Während des Wahl­kampfes dominierten anfangs Corona-Themen wie Lockerungen oder die einrichtungs­bezogene Impf­pflicht. Nach Beginn des Ukraine-Krieges änderte sich das: Thema waren nun hohe Energie- und Sprit­preise. Alle wollen Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger. Hans hat das mit einer „Spritpreis­bremse“ – unter anderem in besagtem Video – besonders laut gefordert. Rehlinger macht sich anlässlich des Krieges für einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien stark – mitunter, um unabhängig von Russland zu werden.

Anke Rehlinger: Sie will neue Ministerpräsidentin des Saarlandes werden

In den Umfragen vor der Landtags­wahl liegen Anke Rehlinger und ihre SPD vor Amts­inhaber Tobias Hans und der CDU.

Saarland als Wegweiser für andere Landtags­wahlen?

Auch wenn das Saarland Deutschlands kleinstes Bundesland ist, kann das Ergebnis große Auswirkungen auf Bundes­ebene haben, wie die Landtags­wahl 2017 zeigte. Mehrere Politiker hatten im Vorfeld der jetzigen Wahl an den sogenannten „Schulz-Zug“ erinnert. Damals gewann Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) klar gegen Rehlinger (SPD) und leitete damit den Siegeszug der CDU ein.

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Bei den beiden folgenden Landtags­wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen holten jeweils christ­demokratische Politiker die meisten Stimmen: In Kiel gewann Daniel Günther und kippte damit die bisherige SPD-Regierung, in Düsseldorf siegte Armin Laschet gegen Hannelore Kraft (SPD). Schließlich verlor auch die SPD mit dem Spitzen­kandidaten Martin Schulz erneut die Bundestags­wahl.

Könnte das saarländische Ergebnis nun also auch wieder ein Hinweis darauf sein, wie die in diesem Jahr noch anstehenden Wahlen in anderen Bundes­ländern ausfallen? Schleswig-Holstein wählt am 8. Mai, NRW eine Woche später am 15. Mai. Im Oktober folgt die Landtags­wahl in Niedersachsen.

RND/ml/dpa

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