Lauterbach kündigt Aufweichen der Quarantäneregeln an: Frankreich und USA als Vorbild?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur aktuellen Pandemielage.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur aktuellen Pandemielage.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach kündigt eine Überarbeitung der Quarantäneregeln an. „Wir denken in der Tat über verkürzte Quarantäne- und Isolationszeiten nach“, sagt der SPD-Politiker im ZDF.

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Bei den hohen Fallzahlen an Neuinfektionen, die die Modellrechnungen für die Verbreitung von Omikron zeigten, brauche man andere Quarantänedauern. Andere Länder wie Frankreich oder Großbritannien haben bereits die Isolationsvorschriften für vollständig Geimpfte verkürzt, die dennoch einen Positivtest vorweisen.

Bei RTL/ntv sagte Lauterbach zudem, man müsse die Frage beantworten, wie man mit der Quarantäne-Regelung für Menschen umgehe, die in der kritischen Infrastruktur wie Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern arbeiteten.

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Frankreich, USA und Großbritannien als Vorbild?

Aus Sorge um die Aufrechterhaltung des täglichen Lebens hatte sich Frankreich am Sonntag zu Lockerungen der Quarantäneregeln entschieden. Ungeachtet einer Rekordzahl von zuletzt mehr als 200.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag verkürzt Frankreich seine Quarantänefristen wie folgt:

  • Vollständig Geimpfte müssen im Fall einer Infektion von Montag an nur noch sieben Tage in Quarantäne. Die Quarantäne kann mit einem negativen Schnelltest oder PCR-Test auf fünf Tage verkürzt werden.
  • Für nicht oder nicht vollständig Geimpfte bleibt es bei einer Quarantäne von zehn Tagen, die mit einem negativen Test auf sieben Tage verkürzt werden kann.
  • Kontaktpersonen, die nicht oder nicht vollständig geimpft sind, müssen weiterhin sieben Tage in Quarantäne.
  • Vollständig geimpfte Kontaktpersonen müssen hingegen ab Montag nicht mehr in Quarantäne, vorausgesetzt sie testen sich binnen sechs Tagen jeweils jeden zweiten Tag.

USA: Aus Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser wegen Omikron haben die US-Gesundheitsbehörden die Isolationsdauer für Gesundheitspersonal nach einer Corona-Infektion reduziert. Wer einen negativen Test und keine Symptome habe, könne nach sieben Tagen an den Arbeitsplatz zurückkehren, teilte die Gesundheitsbehörde CDC mit. Diese Leitlinien gelten aber nur für das Gesundheitspersonal.

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Großbritannien: Corona-Infizierte können in England künftig bereits nach sieben statt nach zehn Tagen ihre Quarantäne verlassen. Voraussetzung dafür ist, dass Schnelltests an Tag sechs und sieben negativ ausfallen, wie die britische Regierung am Mittwoch mitteilte. Damit sollen Ausfälle im Gesundheitssystem und anderen systemrelevanten Branchen reduziert werden. Betroffenen wird empfohlen, trotzdem auch nach Tag sieben weiter ihre Kontakte zu reduzieren und wenn möglich von zuhause aus zu arbeiten.

Spanien und Portugal: sieben Tage Quarantäne

Spanien und Portugal verkürzten die Quarantänedauer für symptomlose Infizierte von zehn auf sieben Tage. Die Verkürzung der verordneten Isolationsdauer nach einer Corona-Ansteckung gilt in Spanien nach jüngsten Angaben sogar auch für Infizierte mit leichten Symptomen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) drängen seit einigen Tagen auf eine Regelung für Deutschland. „Denkbar wäre aus meiner Sicht beispielsweise eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen“, hatte Holetschek gesagt. Nötig sei eine Stellungnahme des Robert Koch-Instituts oder des Expertenrats noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar.

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Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt: „Eine Verkürzung der Quarantäne kann sich als sinnvoll erweisen.“ Omikron sei stärker, aber auch kürzer ansteckend. „Da ist es folgerichtig, die Quarantäneregeln anzupassen, verbunden mit der Möglichkeit zur Freitestung“, sagte Sager.

RND/Reuters/dpa/scs

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