Trotzten wochenlang der russischen Belagerung

Asovstal-Kommandeure offenbar zu Verhören nach Russland gebracht

Kriegsgefangene aus dem Mariupoler Stahlwerk Asowstal werden von russischen Truppen aus der süd­ost­ukrainischen Hafenstadt verbracht.

Kriegsgefangene aus dem Mariupoler Stahlwerk Asowstal werden von russischen Truppen aus der süd­ost­ukrainischen Hafenstadt verbracht.

Laut mehrerer Medienberichte wurden mindestens zwei ukrainische Kommandeure, die mit ihren Truppen bis zuletzt ein Stahlwerk in der von russischen Soldaten besetzten Stadt Mariupol im Süden der Ukraine verteidigt hatten, nach Russland gebracht. Sie sollen dort verhört werden, heißt es.

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„Die Führer von Asow, die sich in Mariupol ergeben haben, wurden zu Ermittlungs­zwecken in die Russische Föderation überführt“, meldet etwa die staatliche russische Nachrichten­agentur Tass. Es handele sich um den Vizekommandeur des Asow-Bataillons, Swjatoslaw Palamar, und den Kommandeur der 36. Marinebrigade der ukrainischen Streitkräfte, Serhij Wolynski. Gemeinsam mit weiteren Kriegs­gefangenen aus Mariupol seien sie bis zuletzt in Olenivka, einem Ort in der von prorussischen Separatisten ausgerufenen „Volksrepublik“ Donezk, festgehalten worden.

Asovstal-Kämpfer werden in ehemalige Strafkolonie verlegt

Wochenlang hatten Soldatinnen und Soldaten im Stahlwerk Asovstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol ausgeharrt und gegen russische Streitkräfte gekämpft.

Laut der ukrainischen Zeitung „Prawda“ wurden nach ihrer Kapitulation im Mariupoler Stahlwerk Asovstal rund 2500 Personen von russischen Truppen fest­genommen und zunächst in das besetzte Gebiet gebracht. Was Russland mit den Kriegsgefangenen vorhat, ist bisher nicht bekannt geworden. Viele von ihnen gehören dem ukrainischen Asow-Regiment an.

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Die Gruppierung hatte sich zunächst als Miliz aus Freiwilligen gegründet, die in der Ostukraine gegen prorussische Separatisten kämpften. Ihre Mitglieder galten lange als ultra­nationalistisch und waren wegen rechtsextremer Positionen umstritten. Deshalb ist das Regiment immer wieder Thema russischer Propaganda. Seit der Eingliederung der Truppe in die ukrainische Nationalgarde gelten rechtsextreme Strukturen jedoch als überwunden.

Das Asow-Bataillon und die 36. Marinebrigade hatten bis zuletzt das Stahlwerk Asovstal in der Hafenstadt Mariupol verteidigt. Wochenlang hielten sie der Belagerung und dem dauerhaften Beschuss durch die russische Armee stand, mussten sich schlussendlich aber ergeben.

RND/sic

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