Mesale Tolu bleibt in türkischer Untersuchungshaft

Menschenrechtler fordern die Freilassung von Mesale Tolu.

Menschenrechtler fordern die Freilassung von Mesale Tolu.

Istanbul. Die deutsche Journalistin Mesale Tolu bleibt bis zum Beginn ihres Prozesses im Oktober in türkischer Untersuchungshaft. Das entschied das zuständige Gericht in Istanbul am Mittwoch, wie ihre Anwältin mitteilte. Das Gericht habe die Entscheidung unter anderem mit Fluchtgefahr begründet.

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Die 33-Jährige wurde Ende April in der Türkei festgenommen und sitzt seitdem mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn im Frauengefängnis Bakirköy in Istanbul in Haft. In der Türkei hatte die Journalistin für die sozialistisch orientierte Nachrichtenagentur Etha und einen linken Radiosender gearbeitet. Wegen Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft.

Tolu wurde in Ulm geboren und ist in Deutschland aufgewachsen

"Reporter ohne Grenzen" fordert die türkische Justiz auf, Tolu sofort freizulassen. "Die Staatsanwaltschaft hat in dreieinhalb Monaten Untersuchungshaft keinen glaubhaften Beleg präsentiert, um die absurden Anschuldigungen gegen Mesale Tolu zu stützen. Die Entscheidung, ihre Haft zu verlängern, zeigt erneut, dass von einer unabhängigen Justiz in der Türkei keine Rede sein kann", sagt der Geschäftsführer der Journalistenorganisation, Christian Mihr.

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Die Journalistin hat türkische Wurzeln, besitzt seit 2007 allerdings nur noch die deutsche Staatsangehörigkeit. Tolu wurde 1984 in Ulm geboren und ist in Deutschland aufgewachsen. Seit 2014 lebte sie in Istanbul. Auch Tolus Ehemann Suat Corlu sitzt im Gefängnis, er wurde bereits Anfang April festgenommen.

Nach Angaben der Anwältin wollte der deutsche Botschafter Martin Erdmann Tolu am Mittwoch im Frauengefängnis Bakirköy besuchen. Bereits am Dienstag hatte Erdmann den „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel und den Menschenrechtler Peter Steudtner im Gefängnis Silivri westlich von Istanbul getroffen.

Von dpa/epd/ang/RND

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