Von Pizza-Hut-Werbung bis „Wetten, dass..?“

Michail Gorbatschow, der heimliche Showstar

Der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow.

Der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow.

Hannover. Er strebte eine Wiederbelebung der Sowjetunion durch einen Reformprozess an, der schließlich in deren Zerfall und dem Ende des Kalten Krieges mündete – nun ist der letzte sowjetische Präsident Michail Gorbatschow tot. Wie das Zentrale klinische Krankenhaus in Moskau mitteilte, starb er am Dienstag nach langer Krankheit im Alter von 91 Jahren.

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Beerdigung in Moskau: Wer kommt zu Gorbatschows Trauerfeier?

Viele ranghohe westliche Politiker sind ob des Konfliktes um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Einreiseverboten belegt.

Der weltweit geschätzte Politiker galt als einer der Väter der deutschen Einheit und als Wegbereiter für das Ende des Kalten Krieges. Besonders die Ostdeutschen verehren „Gorbi“, wie sie ihn nennen, bis heute als Staatsmann, der ihnen vor mehr als drei Jahrzehnten die Freiheit brachte. Doch Gorbatschow war nicht nur ein Politiker, er war auch so etwas wie ein kleiner Showstar. Drei Beispiele.

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Gorbatschow bei „Wetten, dass..?“

1996 waren Gorbatschow und seine Ehefrau Raissa zu Gast bei Thomas Gottschalk in der ZDF-Fernseh­sendung „Wetten, dass..?“. Beide wurden wegen ihrer Verdienste um die deutsche Einheit frenetisch bejubelt. Später am Abend glaubte Gorbatschow, dass die russischen Kosmonauten der Raumstation Mir einen Weihnachtsbaum innerhalb von zwei Minuten schmücken können. Die Schalte ins Weltall funktionierte aber nicht, und so kam Wette gar nicht zustande. Gottschalk überzog die Sendung damals übrigens um 73 Minuten – ein ewiger Rekord.

Gorbatschow in der Pizza-Hut-Werbung

Der Auftritt des ehemaligen sowjetischen Präsidenten in einem Werbespot für Pizza Hut sorgte 1997 für Aufsehen. Gorbatschow benötigte damals wohl das Geld, um humanitäre und ökologische Projekte zu finanzieren, und die US‑Restaurantkette ein prominentes Gesicht, um ihr Geschäft in Russland voranzutreiben. „Ein Hoch auf Gorbatschow!“, skandieren die Restaurantbesucher am Ende.

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Die Werbung wurde zum Hit und spiegelte die damalige russische Gesellschaft wider: die eine Hälfte, die Gorbatschow für ihr Elend verantwortlich machte, und die andere Hälfte, die ihn als Helden bejubelte. Inzwischen gibt es Pizza Hut in Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine nicht mehr.

Gorbatschow in „The Naked Gun“

Eine Prügelei auf der Kinoleinwand? Natürlich nicht mit dem „echten“ Michail Gorbatschow: In „The Naked Gun“ bekamen sich der Ex-Sowjetpräsident, gespielt von David Lloyd Austin, und Frank Drebin, ein fiktiver Polizei-Lieutenant, gespielt von Leslie Nielsen, mächtig in die Wolle. Drebin nahm Gorbatschow in den Schwitzkasten und schleuderte ihn mit dem Kopf voraus durch eine Wand. In „The Naked Gun“ geht es unter anderem um Polizei-Lieutenant Drebin, der Urlaub in Beirut macht und eine Konferenz der größten Feinde Amerikas – Idi Amin, Muammar al-Gaddafi, Ajatollah Khomeini, Jassir Arafat, Fidel Castro und eben Gorbatschow – stört. Das Sextett versucht, einen terroristischen Plan zur Demütigung der USA auszuhecken.

Seinen Platz in der Geschichte hatte sich der am 2. März 1931 in Priwolnoje (Region Stawropol) im Nordkaukasus geborene Gorbatschow derweil schon Ende der 1980er-Jahre gesichert: Mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) schuf er die Voraussetzung für das Ende der jahrzehntelangen Konfrontation zwischen Ost und West und auch für den Fall der Berliner Mauer 1989.

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RND/tdi/AP/dpa

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