Kommentar zur COP27

Joe Biden markiert auf Klimakonferenz den Sinneswandel der USA

US-Präsident Joe Biden am Freitag bei der UN-Klimakonferenz in Ägypten.

US-Präsident Joe Biden am Freitag bei der UN-Klimakonferenz in Ägypten.

Die UN-Klimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich hat ihre Halbzeit erreicht – und schon jetzt sind jene widerlegt, die derlei Gipfeln jeden Sinn absprechen.

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Denn bereits zu Beginn setzten sich die Entwicklungsländer damit durch, dass man künftig auch über Entschädigungen für Klimawandelschäden debattieren muss – also über konkrete Finanzmittel aus den Industrieländern, die ihren Wohlstand auf jenen fossilen Energien aufgebaut haben, die im Süden längst Tote und unwiederbringliche Verluste verursachen.

Biden: 150 Millionen Dollar für Klima-Anpassung

Vor dem Gipfel-Endspurt sprach nun mit US-Präsident Joe Biden auch der mächtigste Mann aus diesem Klub der Klimasünder vor dem Plenum – und erntete sogar Applaus. Auch das ein Fortschritt: Denn nicht nur seine Entschuldigung dafür, dass sein Vorgänger Trump aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten war, sondern auch seine konkrete Ankündigung, bis 2032 stattliche 375 Milliarden Dollar für den Klimaschutz bereitzustellen, setzte den Ton für den Rest der Konferenz.

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Denn darin liegt deren Wert: Druck zu erzeugen, der eines Tages die ganze Welt erfasst – bis hin zu heutigen Ignoranten wie China und Russland.

Freilich zeigt die Vergangenheit, dass sowohl Demokratien – siehe Trump –, als auch Autokraten – siehe Putin – die Spielregeln über Nacht ändern und vieles zunichtemachen können. Dann folgen auf die Konferenzzusagen eben keine Taten, auch wenn Biden das jetzt erneut versprochen hat.

Wegweisend war dabei Bidens Ankündigung von 150 Millionen Dollar als Anzahlung für Klima-Anpassungsmaßnahmen in Afrika – und die Zustimmung zu Verhandlungen über Entschädigungen. Gerade letzteres zeigt einen Sinneswandel im Norden, der bei Umsetzung einer kleinen Zeitenwende gleichkommen würde.

Sicher haben auch die Skeptiker recht: All das kommt spät – zu spät, und es kann keine Garantien geben. Nur: Die Alternative, gar keine Gipfel und gar keine Versprechen, wäre noch schlechter. Nun darf man immerhin hoffen, dass die Beschleunigung der Klimaschäden auch die Bemühungen um Gegenmaßnahmen beschleunigt.

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