Moria: Erste Flüchtlinge ziehen in Ersatzlager – Polizei setzt Tränengas ein

Der Eingang zum Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos wird von der Polizei bewacht.

Der Eingang zum Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos wird von der Polizei bewacht.

Moria. Auf der griechischen Insel Lesbos sind am Samstagmittag die ersten der mehr als 13.000 obdachlosen Geflüchteten in ein neues provisorisches Lager nahe dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria gezogen. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

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Noch während die griechische Armee die vom Flüchtlingshilfswerk UNHCR bereitgestellten Zelte errichtete, registrierten sich Familien für den Einzug. Nach Behördenangaben handelt es sich bei ihnen überwiegend um anerkannte Asylbewerber, die Lesbos demnächst verlassen sollen.

Nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria werden Flüchtlinge registriert.

Nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria werden Flüchtlinge registriert.

Wie viele Plätze das neue Lager haben soll, ist bisher unklar. Ein Sprecher der griechischen Regierung wollte keine konkrete Zahl nennen. “Alle sollen hier rein”, sagte er dem RND.

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Wasser, sanitäre Einrichtungen und Strom sind in dem provisorischen Lager noch nicht vorhanden.

Jeder Geflüchtete soll unmittelbar nach der Registrierung auf das Coronavirus getestet werden. Die Ergebnisse der “rapid tests” sollen Regierungsangaben zufolge rasch vorliegen.

Die Flüchtlinge hatten zuvor die vierte Nacht in Folge im Freien verbracht. Sie harrten an Straßen und auf Feldern aus. Viele forderten, die Insel umgehend verlassen zu können, und lehnen den Einzug in das neue Lager ab.

Zu heftigen Zusammenstößen kam es, als die Polizei am Samstag versuchte, die Menschen von einer Landstraße in Richtung des Lagers zu treiben.

Während einzelne Geflüchtete von den Behörden weggeführt wurden, protestierten umstehende Menschen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Viele Kinder klagten über brennende Augen. Einige trugen während des Aufruhrs Verletzungen davon.

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Das Flüchtlingslager Moria war in der Nacht zu Mittwoch fast vollständig abgebrannt. Statt der vorgesehenen 3000 waren dort zuletzt 12.000 Menschen untergebracht. Die hygienischen Bedingungen galten als miserabel. Die Ursache der Brände, die an mehreren Stellen ausbrachen, steht noch nicht fest.

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