Positionspapier zu Lemkes Artenhilfsprogramm

Nabu fordert besseren Schutz für Tierarten, die von der Energiewende betroffen sind

Durch den Ausbau von Windrädern sind bestimmte Tierarten bedroht. (Symbolbild)

Durch den Ausbau von Windrädern sind bestimmte Tierarten bedroht. (Symbolbild)

Berlin. Der Nabu hat mit Blick auf das geplante nationale Artenhilfsprogramm eine bessere Finanzierung für den Schutz von den Tierarten an Land und im Wasser gefordert, die durch den Ausbau erneuerbarer Energien bedroht sind. Das geht aus einem Positionspapier zu dem Projekt der Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hervor, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorab vorliegt.

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Teil einer „Naturschutzoffensive“

„Artenschutz gelingt nur mit einer dauerhaften und auskömmlichen Finanzierung“, heißt es in dem Papier. „Die bisher in der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes vorgesehenen rund 80 Millionen Euro sind ein Anfang, aber wohl bei Weitem nicht ausreichend.“ Weiter fordert der Umweltverband: „Mindestens zehn Prozent der Baukosten für Windenergieanlagen für den begleitenden Arten- und Naturschutz sollten zur Verfügung stehen.“

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Das Artenhilfsprogramm müsse als Teil einer „Naturschutzoffensive“ verstanden werden. „In deren Fokus müssen zunächst insbesondere jene 46 Vogel- und 25 Fledermausarten genommen werden, die nach derzeitigem Kenntnisstand durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Binnenland – allen voran der Windenergie – besonders betroffen sein werden“, heißt es weiter. Die Maßnahmen müssten „auch für den marinen Bereich und den Ausbau der Offshore-Windenergie gelten“. Zudem dürfe es Schutzmaßnahmen in Genehmigungs­verfahren nicht ersetzen.

„Krise der Natur im Klimawandel ebenso groß“

Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger sagte dem RND: „Derzeit konzentriert sich ein großer Teil der politischen Diskussionen auf den Klimaschutz. Das ist leider oft einseitig auf die Energieerzeugung reduziert und blendet aus, dass die Krise der Natur im Klimawandel ebenso groß wie dringend ist.“

Das Budget für das Umweltministerium dürfe nicht „auf ein Schmerzensgeld für eine unausgewogen vorangetriebene Klimaschutzpolitik“ reduziert werden. „Wirklich zukunftsfähige Investitionen müssen daher sowohl den natürlichen Klimaschutz als auch die biologische Vielfalt fördern“, forderte Krüger. „Dafür eignen sich Renaturierung von Flüssen, Wiedervernässung von Mooren, ökologischer Waldumbau, Schutz der Meere und viele andere naturnahe Maßnahmen.“

Weiter sagte der Nabu-Chef, Nothilfe müsse zusätzlich mit klug ausgestalteten Artenhilfsprogrammen für die Arten getan werden, die unter dem Ausbau der erneuerbaren Energien besonders leiden. „Denn eines ist klar: Der dringend notwendige Ausbau der erneuerbaren Energien ist immer mit einem Eingriff in Natur und Lebensräume verbunden und führt dort zu massiven zusätzlichen Belastungen.“

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