Nach Shitstorm: Bildungsministerin Prien macht ihren Twitter-Account dicht

Bildungsministerin Schleswig-Holsteins und KMK-Präsidentin Karin Prien hat ihren Twitter-Account vorläufig deaktiviert. Sie wolle sich Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, ob und wie sie Twitter weiter nutze. Prien hatte vergangenen Freitag auf einen Beitrag zur Corona-Politik an Schulen geantwortet und wurde dafür heftig kritisiert.

Bildungsministerin Schleswig-Holsteins und KMK-Präsidentin Karin Prien hat ihren Twitter-Account vorläufig deaktiviert. Sie wolle sich Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, ob und wie sie Twitter weiter nutze. Prien hatte vergangenen Freitag auf einen Beitrag zur Corona-Politik an Schulen geantwortet und wurde dafür heftig kritisiert.

Kiel. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) Karin Prien (CDU) hat ihren Twitter-Account vorläufig deaktiviert. Am Sonntagabend teilte ihr Pressesprecher ein entsprechendes Statement auf der Social-Media-Plattform.

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„Ich nehme mir einige Wochen Zeit, um darüber nachzudenken, ob und wie ich Twitter als Medium weiter zur Kommunikation nutze“, sagte Prien nach Angaben ihres Pressesprechers am Sonntag.

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Prien kritisierte in ihrem Statement den Umgang auf Twitter. Bei ihren Terminen in Land und Schulen Hessens erlebe die CDU-Politikerin eine andere Kultur, auch kritisch, allerdings „zivilisiert und mit Respekt im Umgang und an guten Lösungen interessiert“, so ihr Pressesprecher.

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Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) antwortet am 11. Februar auf einen Tweet über die Corona-Politik im Bildungssektor. Dafür wird die CDU-Politikerin später heftig kritisiert. Der Tweet der Ministerin wurde mittlerweile gelöscht und ist nicht mehr öffentlich einsehbar. Screenshot vom 12. Februar, 11:00 Uhr.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) antwortet am 11. Februar auf einen Tweet über die Corona-Politik im Bildungssektor. Dafür wird die CDU-Politikerin später heftig kritisiert. Der Tweet der Ministerin wurde mittlerweile gelöscht und ist nicht mehr öffentlich einsehbar. Screenshot vom 12. Februar, 11:00 Uhr.

Prien antwortete auf Twitter-Beitrag zu Todesfällen von Kindern in Corona-Pandemie

Prien hatte am Freitag auf folgenden Twitter-Beitrag geantwortet: „Wir haben in den letzten vier Wochen 17 tote Kinder gehabt. 17 – in VIER Wochen. Und es geht immer schneller. Bis Oktober 21 hatten wir 27 tote Kinder, seit Oktober 38. Also in 4,5 Monaten mehr als in 18 Monaten. Insgesamt sind 65 Kinder verstorben. FÜNFUNDSECHZIG.“

Die Bildungsministerin Schleswig-Holsteins entgegnete: „Bitte differenzieren: Kinder sterben. Das ist extrem tragisch. Aber sie sterben mit Covid-19 und nur extrem selten wegen Covid-19.“ Laut dem RKI seien bislang 47 Covid-19-Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen null und 19 Jahre übermittelt worden.

Für ihre Aussage wurde die Bildungsministerin heftig kritisiert. Viele Twitter-Nutzer warfen Prien Empathielosigkeit vor und verlangten eine Entschuldigung. Auch der Hashtag #Prienruecktritt sei bis Montag in den Twitter-Trends gewesen. Bereits am Freitag entschuldigte sich Prien für ihren Tweet. „Ich bedauere meinerseits, die Gefühle von vorerkrankten Kindern und ihren Eltern verletzt zu haben mit meinem Tweet, der dies mitnichten intendierte“, schrieb Prien auf der Plattform.

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Prien kritisiert „Impfdruck“ an Schulen und signalisiert Lockerungen

Ausschlaggebend für die Kritik an Priens Haltung zur Corona-Politik war der Auftritt der KMK-Präsidentin bei Markus Lanz am vergangenen Donnerstag. Dort sagte sie, Covid-19 sei „keine gefährliche Erkrankung für Fünf- bis Elfjährige“. Prien finde es „total inakzeptabel“, dass Impfdruck an Schulen auf Kinder ausgeübt werde. Sie plädierte, dass sich alle Erwachsenen, die sich impfen lassen könnten, impfen lassen sollten. „Die haben eine Verpflichtung gegenüber den Jungen, die fast zwei Jahre lang für die erwachsenen Vulnerablen den Kopf hingehalten haben“, urteilte die stellvertretende CDU-Vorsitzende.

Indes trat Prien auch für Lockerungen an Schulen ein. „Wir müssen raus aus einer Kultur der Angst an den Schulen“, sagte sie der „Bild“-Zeitung. Wenn ab Mitte Februar, Anfang März geöffnet werde, müsse auch an Schulen gelockert werden. „Sport und Musikunterricht müssen wieder in vollem Umfang stattfinden. Das Testen muss schrittweise enden. Spätestens Ende März reichen wahrscheinlich auch zwei Tests pro Woche.“ Schrittweise müsse die Testpflicht zur „Testmöglichkeit“ werden. Auch die Maskenpflicht müsse nach und nach fallen, zuerst im Klassenraum am Platz, dann im Gebäude.

RND/hyd

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