Neue Ausschreitungen auf dem Tempelberg in Jerusalem

Jugendliche bauten Barrikaden vor der Al-Aksa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem und bewarfen israelische Sicherheitskräfte mit Steinen.

Jugendliche bauten Barrikaden vor der Al-Aksa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem und bewarfen israelische Sicherheitskräfte mit Steinen.

Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es am Sonntag erneut zu Konfrontationen gekommen. Vor geplanten Besuchen von Juden auf der heiligen Stätte hätten Hunderte junger Muslime mit Steinen und Eisenstangen Hindernisse errichtet, um den Zugang zu blockieren, teilte die israelische Polizei mit. Nach Medienberichten kam es daraufhin zu Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften und Arabern auf der Anlage, mehrere Muslime seien dabei verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Polizei hätten „Hunderte von jungen Leuten den Frieden auf dem Tempelberg und innerhalb der Al-Aksa-Moschee gebrochen und die heiligen Stätten dadurch entweiht“. Zudem seien unschuldige Bürger und Sicherheitskräfte attackiert worden.

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Der Tempelberg, auf dem Felsendom und Al-Aksa-Moschee stehen, ist die heiligste Stätte des Judentums. Dort befanden sich vor ihrer Zerstörung die beiden jüdischen Tempel. Derzeit feiern Juden weltweit das Pessachfest. Einer der Bräuche ist dabei eine Wallfahrt nach Jerusalem. Doch auch für den Islam ist der Tempelberg bedeutend. Er gilt als drittwichtigster Ort für Muslime. Der Tempelberg ist nur wenige Gehminuten von der Grabeskirche entfernt, wo Christen am Sonntagmorgen die Ostermesse zelebrierten.

Palästinenser bewarfen am Sonntagmorgen Busse auf dem Weg zur Jerusalemer Altstadt mit Steinen, nach Polizeiangaben wurden mehrere Insassen verletzt. Zwei Tatverdächtige seien festgenommen worden.

Die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas teilte am Sonntag mit: „Die Al-Aksa-Moschee ist eine rote Linie, und die (israelische) Besatzungsmacht trägt die Verantwortung für den Angriff auf Gläubige und dafür, dass es Siedlern erlaubt ist, die Anlage zu entweihen.“

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Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Auflage der muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. 728 Juden besuchten trotz der Ausschreitungen am Sonntagmorgen den Tempelberg.

Bereits am Freitag hatte es auf dem Tempelberg bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften zahlreiche Verletzte gegeben. Die Auseinandersetzungen verschärften die Spannungen nach einer Terrorwelle in den vergangenen Wochen weiter. Das Büro des seit anderthalb Jahrzehnten ohne demokratisches Mandat herrschenden Präsidenten der Palästinensergebiete, Mahmoud Abbas, gab Israel die Schuld für die Ausschreitungen und rief dazu auf, die Al-Aksa-Moschee „zu verteidigen“.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt.

RND/dpa

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