Neue Finanzspritze für Athen

Bedingungen erfüllt: Griechenland soll weitere Milliarden aus dem Rettungsprogramm erhalten.

Bedingungen erfüllt: Griechenland soll weitere Milliarden aus dem Rettungsprogramm erhalten.

Brüssel. Die Gelder werden ausgezahlt, sobald einige nationale Parlamente der Euro-Länder zugestimmt haben und das Direktorium des Euro-Stabilitätsfonds ESM die Mittel freigibt. Damit sei bis Mitte März zu rechnen, sagte der Eurogruppenchef Mario Centeno am Freitag in Brüssel. Griechenland habe die Vorbedingungen für die Auszahlung der Kreditrate erfüllt und zeige damit, dass es sich weiteren Reformen verpflichtet fühle, sagte Centeno.

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Die Gelder stammen aus dem im Sommer 2015 geschnürten Rettungspaket. Von den jetzt bewilligten 5,7 Milliarden Euro dienen 3,3 Milliarden für die Refinanzierung fälliger Schulden. 500 Millionen soll Athen dazu verwenden, offene Rechnungen des Staates bei Lieferanten und Dienstleistern zu begleichen. Die restlichen 1,9 Milliarden fließen in eine Rücklage.

250 Milliarden Euro in acht Jahren

Bis zum Ende des Hilfsprogramms im August will Griechenland einen Liquiditätspuffer von rund 19 Milliarden Euro aufbauen. Er soll die Rückkehr des Landes an den Kapitalmarkt flankieren. Die Mittel für diese Rücklage kommen je zur Hälfte aus Krediten des laufenden Programms und aus Geld, das Griechenland in den nächsten Monaten neu am Markt aufnehmen soll.

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Im vergangenen Monat konnte Athen bereits mit einer siebenjährigen Anleihe drei Milliarden Euro einsammeln. Bis zum Ende des Hilfsprogramms will die staatliche Schuldenagentur PDMA noch eine dreijährige und eine zehnjährige Anleihe am Markt platzieren.

Insgesamt sind seit Beginn der Krise vor acht Jahren Hilfskredite von gut 250 Milliarden Euro nach Griechenland geflossen. Das Land galt lange als ein Fass ohne Boden. Nachdem Athen Anfang 2010 immer tiefer in die Schuldenkrise rutschte und sich nicht mehr am Kapitalmarkt finanzieren konnte, schnürten die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) ein erstes Hilfspaket von 110 Milliarden Euro, das sich aber schon bald als unzureichend erwies.

Überschüssige Gelder könnten IWF-Kredite tilgen

Im Jahr 2012 wurde ein zweites Rettungspaket von knapp 164 Milliarden bereitgestellt. Doch Mitte 2015 stand das Land nach dem Wahlsieg des Links-Premier Alexis Tsipras und dessen Konfrontationsstrategie gegenüber den internationalen Gläubigern erneut vor dem Staatsbankrott. Die Euro-Staaten stellten über den ESM im Sommer 2015 weitere 86 Milliarden bereit.

Dieses dritte Rettungsprogramm schlug endlich an. Nach fast zehn Jahren Rezession wächst die griechische Wirtschaft wieder. Die bereitgestellten Hilfsgelder werden nicht annähernd in voller Höhe benötigt. Bisher wurden 40,2 Milliarden ausgezahlt. Bis zum Ende des Programms im August wird Athen voraussichtlich weitere 18,4 Milliarden abrufen. Damit bleiben mehr als 27 Milliarden übrig. Es gibt Überlegungen, mit einem Teil der überschüssigen Gelder teure IWF-Kredite zu tilgen. Das würde Griechenland den Schuldendienst erleichtern.

Von Gerd Höhler/RND

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