Niedersachsen will 2G plus für Geimpfte mit Booster wieder abschaffen

Lange Schlangen vor dem Testzentrum? Für geboosterte Menschen in Niedersachsen könnten verpflichtende Corona-Tests in Zukunft wegfallen.

Lange Schlangen vor dem Testzentrum? Für geboosterte Menschen in Niedersachsen könnten verpflichtende Corona-Tests in Zukunft wegfallen.

Hannover. Die rot-schwarze Landesregierung in Niedersachsen will die 2G-plus-Regelung für die Menschen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten habe, offenbar so schnell wie möglich wieder abschaffen. Das kündigten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Donnerstag unabhängig voneinander an, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) berichtet.

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Wirtschaftsminister Althusmann moniert Gleichstellung von „Geboosterten“ und „Impfmuffeln“

„Wir müssen in der Koalition in Hannover darüber reden, ob es richtig ist, dass geboosterte Menschen auch noch einen aktuellen Test beibringen müssen“, sagte Weil nach der Bund-Länder-Konferenz am Donnerstagabend. Man wolle den Menschen nicht mehr abverlangen, als notwendig sei. „Da insbesondere von den dreifach Geimpften ein erheblich geringeres Ansteckungsrisiko ausgeht, sollten sie von den 2G-plus-Restriktionen ausgenommen werden“, sagte Althusmann der „HAZ“. „Wir sollten den Kurs für die Geboosterten kurzfristig korrigieren.“ Das schaffe auch neue Perspektiven für die Gastronomie und den Handel.

„Die 2G-plus-Regelung führt aktuell zu kaum zumutbaren Zuständen für die bereits geimpften Bürgerinnen und Bürger“, sagte Wirtschaftsminister Althusmann. Wenn doppelt und dreifach Geimpfte „gemeinsam mit Impfmuffeln bei Kälte in der Schlange stehen, ist das nicht Ausdruck einer effektiven Pandemiebewältigung“, so der Minister. „Damit schwindet die Akzeptanz der ergriffenen Maßnahmen, gleichzeitig steigen die vermeidbaren Schäden für die von 2G plus betroffenen Branchen.“ Die Arbeitgeberverbände in Niedersachsen kritisierten die 2G-plus-Regelung scharf. Sie sei schlecht vorbereitet worden und schädlich für die Wirtschaft.

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2G-Ausnahme könnte schon nächste Woche kommen

Weil kündigte an, dass die 2G-Regelungen für den Einzelhandel Mitte der kommenden Woche in Niedersachsen in Kraft treten soll. Die Landesregierung will die Corona-Verordnung entsprechend ändern. Dann könnten auch die geplanten Ausnahmen für dreifach Geimpfte bei den Testungen greifen.

Seit Mittwoch gilt in weiten Teilen des Bundeslandes die Vorschrift, dass sich vollständig gegen das Coronavirus geimpfte oder von einer Infektion genesene Menschen zusätzlich testen müssen, um etwa ins Restaurant oder Kino gehen zu können (2G plus). Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben etwas mehr als eine Million Menschen in Niedersachsen bereits eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten. Das sind demnach 13 Prozent der Bevölkerung.

RND/dpa/HAZ/alx

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