Wer über Kernwaffen verfügt

Nuklearwaffen: Diese Länder haben Atombomben

SS-20-Sprengkopf Atomwaffe Rakete Nuklearsprengkopf Quelle Wikipedia

SS-20-Nuklearsprengkopf

Am vergangenen Sonntag kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, die Abschreckungswaffen seines Landes in besondere Alarmbereitschaft versetzen zu lassen. Diese Anweisung, die als Drohung an den Westen zu verstehen ist, stellt einen weiteren Schritt auf der Eskalationsstufe inmitten des Angriffskrieges Moskaus gegen die Ukraine dar.

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Obwohl der Kreml dabei nicht explizit von Atomwaffen sprach, sind die Sorgen in Europa natürlich gewachsen. Plötzlich fällt wieder das Wort „Atomkrieg“ mit seinem schrecklichen Szenario, das eigentlich als obsolet galt. Doch Russland und auch die USA sind nicht die einzigen Staaten, die als Atommacht gelten. Ein Überblick, welche Länder Nuklearwaffen besitzen.

Atomwaffensperrvertrag als Trennlinie

Grundsätzlich wird zwischen „offiziellen“ und „De-Facto“-Atomwaffenstaaten unterschieden. Die Staaten, die über Kernwaffen verfügen und gleichzeitig den 1970 in Kraft getretenen Atomwaffensperrvertrag unterschrieben haben, sind laut Internationalem Friedensforschungsinstitut Sipri die USA, Russland, Frankreich, China und Großbritannien. Dieses Dekret beschreibt das Verbot der Verbreitung und die Verpflichtung zur Abrüstung von Nuklearwaffen sowie das Recht auf die friedliche Nutzung der Kernenergie.

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Dem auch „Nichtverbreitungsvertrag“ genannten Abkommen sind bis heute insgesamt 191 Staaten beigetreten. Nicht auf der Liste stehen mit Israel, Pakistan, Indien und Nordkorea vier Nationen, die somit als faktische Atommächte gelten.

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Unsicherheitsfaktor Nordkorea

Weltweit gibt es über 13.000 Atomsprengköpfe (Stand: 2021). Der Großteil davon befindet sich in den Händen Russlands und der Vereinigten Staaten. Moskau verfügt über mindestens 6255 Sprengköpfe (einsatzbereit davon: 1570), die USA besitzen mindestens 5550 dieser Gefechtsköpfe (einsatzbereit: 1750). Die restlichen Atomwaffen verteilen sich dann absteigend auf China (350), Frankreich (290) und Großbritannien (225).

Und auch die Staaten, die dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten sind, verfügen über ein Arsenal von Nuklearsprengköpfen: Pakistan und Indien sind je in Besitz von rund 160 Waffen dieser Art, Israel hat 90 Sprengköpfe. Die Angaben, die es zu Nordkorea gibt, sind nicht offiziell bestätigt. Das Land, das offenbar über 50 Atomwaffen verfügt, war 2003 aus dem Vertrag ausgetreten. Nach diversen Atomtests erklärte sich Pjöngjang im Jahr 2012 dann offiziell zur Atommacht.

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Ukraine gab Atomwaffen an Russland ab

Das Land Südafrika verfügte bis 1991 Atomwaffen, dann gab man sein Nuklearwaffenprogramm auf, vernichtete alle sechs Kernwaffen und trat dem Atomwaffensperrvertrag bei. Die Ukraine verzichtete, genauso wie Kasachstan und Belarus, auf den Besitz ihrer sowjetischen Nuklearwaffen. Alle drei Staaten, somit auch die Ukraine, gaben ihre Kernwaffen im Rahmen des „Budapester Memorandums“ im Dezember 1994 an Russland zurück.

Rund 150 US-Atomwaffen befinden sich im Rahmen des Nato-Konzepts der „nuklearen Teilhabe“ in Europa (auf dem Territorium Belgiens, Deutschlands, der Niederlande, Italiens, und der Türkei).

Laut der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hat der weltweite Gesamtbestand an Atomwaffen gegenüber 2019 minimal abgenommen (damals ca. 14.000 Kernwaffen). Dies stelle jedoch keine Abrüstung dar. Denn zum einen habe sich die Zahl der einsatzbereiten Sprengköpfe erhöht, außerdem würden weltweit die Budgets für die Modernisierung der Waffen steigen.

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RND/sz

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