Auf Nachfrage

Bundeskanzler Scholz kurz vor WM in Katar: Arbeitsbedingungen längst nicht ideal

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat erklärt, dass die Arbeitsbedingungen in Katar noch nicht seinen Vorstellungen entsprechen würden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat erklärt, dass die Arbeitsbedingungen in Katar noch nicht seinen Vorstellungen entsprechen würden.

Doha. Wenige Wochen vor dem Start der Fußball-WM hält Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Arbeitsbedingungen von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern in Katar noch längst nicht für ideal. „Zur Kenntnis nehmen wir, dass es auch Fortschritte gibt in Fragen, um die lange gerungen werden musste, etwa was die Situation von Beschäftigten betrifft. Auch wenn das noch lange nicht den Vorstellungen entspricht, die wir selber haben“, sagte der 64-Jährige am Sonntag in Doha.

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Katar steht wegen Menschrechtsverstößen und des Umgangs mit Arbeiterinnen und Arbeitern aus anderen Ländern schon lange in der Kritik. In der Vergangenheit war es auch zu tödlichen Unfällen auf WM-Baustellen gekommen. Die Regierung des Emirats verweist auf eigene Reformen und weist Teile der Kritik zurück. Die Weltmeisterschaft dort beginnt am 20. November.

Ob er selbst hinreisen wird, ließ Scholz zwar offen, der Kanzler kündigte aber einen Besuch deutscher Regierungsmitglieder an. „Die Frage, wie wir dahin fahren, ist selbstverständlich zeitnah zu entscheiden. Aber das wird schon so sein, dass da jemand dabei ist“, sagte er.

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„Für diese WM sind Menschen gestorben“: Menschenrechtsorganisationen kritisieren schon seit Jahren, unter welchen Bedingungen Arbeitsmigranten in Katar schuften müssen.

„Ich dachte, das ist mein Ende“

Malcolm Bidali hat als Gastarbeiter in Katar geschuftet. Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft berichtet er von den desaströsen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Emirat – und kritisiert den Deutschen Fußball-Bund.

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat Bundeskanzler Scholz vor seiner Reise in das Land zum Einsatz gegen die Unterdrückung der Presse aufgefordert. Derzeit gibt es laut Bundesgeschäftsführer Christian Mihr weder in Saudi-Arabien noch in Katar oder den Emiraten Pressefreiheit. Journalistinnen und Reporter würden mit Überwachungssoftware bespitzelt, ohne fairen Prozess verhaftet und verschwänden jahrelang im Gefängnis, weil sie die Arbeit der Regierungen kritisch hinterfragten.

RND/dpa

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