Olympische Winterspiele in Peking: Deutschland muss Farbe bekennen

Peking: Zwei Frauen gehen an Werbetafeln vorbei, die für die bevorstehenden Olympischen Winterspiele werben.

Peking: Zwei Frauen gehen an Werbetafeln vorbei, die für die bevorstehenden Olympischen Winterspiele werben.

Berlin. Je näher die Olympischen Winterspiele in Peking rücken, desto brennender stellt sich vielen Teilnehmerstaaten die Frage: Wie hältst du es eigentlich mit den Menschenrechtsverletzungen in China?

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Die USA und nun auch Australien haben sie für sich beantwortet, indem sie einen diplomatischen Boykott ankündigen – sie wollen keine Botschafter und Politiker zu dem Wintersport-Event schicken. Als Gründe nennen sie die nachweisbare Unterdrückung von Minderheiten wie den Uiguren oder den Umgang mit Menschenrechten in der autonomen Region Xinjiang.

US-Amerikanerinnen und Amerikaner sowie Australierinnen und Australier setzen damit ein Zeichen: Sportler ja, Offizielle nein. Die Athletinnen und Athleten haben sich den Austragungsort nicht ausgesucht. Sie auszuschließen, wäre eine ungerechtfertigte Bestrafung. Ihre Heimatländer sollten jedoch politisch Flagge zeigen.

Denn ein „Fest der Menschlichkeit“, das das IOC in Peking feiern lassen will, werden die Winterspiele in Peking mit Sicherheit nicht. Schon die Sommerspiele 2008 in Chinas Hauptstadt waren von Repressionen gegen einheimische Kritiker und starken politischen Sicherheitsmaßnahmen geprägt. Eine Veränderung ist 14 Jahre danach nicht in Sicht, höchstens eine Verschärfung.

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Die deutsche Regierung, die unter Angela Merkel international als China-Versteherin galt, wird in Sachen Peking 2022 Farbe bekennen müssen. Olaf Scholz hat in dieser Woche erst einmal vorsichtig Richtung EU gezeigt. Es ist auch grundsätzlich richtig, sich mit den europäischen Partnern abzustimmen. Dennoch wäre es erforderlich, wenn sich eine Regierung, die das Wort Freiheit groß buchstabiert, hier eindeutiger positioniert als die Vorgängerin.

Das vom Deutschen Thomas Bach geführte IOC pocht auf seine Neutralität. Deutschland jedoch muss zeigen, wo es steht.

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