Präsidentenwahl in Italien: Ende gut, nicht alles gut

Wahlhelfer sammeln die Stimmzettel am Ende des achten Wahlgangs zur Wahl von Italiens 13. Staatspräsidenten im italienischen Parlament ein.

Wahlhelfer sammeln die Stimmzettel am Ende des achten Wahlgangs zur Wahl von Italiens 13. Staatspräsidenten im italienischen Parlament ein.

Rom. Auf den ersten Blick könnte man sagen: alles noch einmal gut gegangen. Mit Sergio Mattarella hat der beste Staatspräsident der letzten Jahrzehnte in eine zweite Amtszeit eingewilligt, und der beste Ministerpräsident der letzten Jahrzehnte, der ehemalige EZB-Chef Mario Draghi, bleibt auf seinem Posten. Und, auch das ist alles andere als zweitrangig: Die nach fünf Tagen erfolgloser und nervenaufreibender Staatspräsidentensuche drohende Regierungskrise ist erst einmal abgewendet.

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Dennoch hinterlässt die Wiederwahl Mattarellas einen schalen Nachgeschmack. Dass das Parlament nicht fähig war, sich auf eine Alternative zu einigen, ist ein Armutszeugnis – umso mehr, als ausreichend geeignete Persönlichkeiten zur Auswahl standen.

Angefangen bei Draghi selber – aber mit Justizministerin Marta Cartabia und der Spitzendiplomatin Elisabetta Belloni hätten auch zwei hervorragend qualifizierte Frauen zur Verfügung gestanden. Man wird den Verdacht nicht los, dass einige ältere und jüngere Platzhirsche im Parlament die Lösung mit Mattarella in erster Linie deshalb erzwangen, um nicht erstmals eine Frau an die Staatsspitze wählen zu müssen.

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Nun muss also der 80-jährige Sergio Mattarella nochmals ran, der sich so sehr auf den Ruhestand gefreut hatte und diesen so sehr verdient gehabt hätte. Der frühere Senatspräsident und Anti-Mafia-Staatsanwalt Piero Grasso gab gestern der Hoffnung Ausdruck, das Parlament möge sich bei Mattarella für das unwürdige Spektakel der letzten Tage entschuldigen. Es wäre in der Tat das Mindeste.

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