Offensive bald mit voller Wucht?

Putin kurz vor ersten Erfolgen in der Ukraine: Experten bezweifeln dennoch schnelles Kriegsende

Armjansk: Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten die in der Stadt im Norden der Krim auf einem Militärlastwagen sitzen.

Armjansk: Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten die in der Stadt im Norden der Krim auf einem Militärlastwagen sitzen.

London. Der Krieg in der Ukraine könnte sich nach Einschätzung westlicher Geheimdienste noch Monate hinziehen. Der russische Präsident Wladimir Putin sei nach wie vor in einer Position, in der er den Krieg gewinnen könne, allerdings nicht in naher Zukunft, sagten zwei mit der Lage in der Ukraine vertraute Gewährspersonen am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf geheimdienstliche Erkenntnisse.

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Demnach sei es durchaus möglich, dass die russischen Truppen einen Großteil der ukrainischen Soldaten einkreisen und an Territorium gewinnen könnten. Eine Eroberung des gesamten Donbass im Osten des Landes und eine Landbrücke auf die Krim sei potenziell in Reichweite Russlands, sagten die Gewährsleute. Dass dieses Ziel auch erreicht werde, sei aber alles andere als sicher.

Nach Belagerung der Hafenstadt: Moskau meldet volle Kontrolle über Mariupol

Das russische Militär hat die umkämpfte südostukrainische Hafenstadt Mariupol offenbar unter seine Kontrolle gebracht.

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Russland habe aus den Fehlern in den ersten Wochen des Krieges gelernt und agiere jetzt effektiver und kontrollierter. Dennoch sei es nach wie vor so, dass Soldaten als Kanonenfutter geopfert würden und Fahrzeuge in langen Konvois vorrückten, die sie angreifbar machten. Um die ukrainischen Soldaten wirklich in die Zange zu nehmen, fehle noch ein effektiver Vormarsch aus dem Süden, aber der werde unter anderem durch die Verteidiger der Küstenstadt Mariupol aufgehalten, sagten die Gewährsleute.

Militärexperten: Russland-Truppen kommen kaum voran

Nach Einschätzung westlicher Militärexperten haben die russischen Truppen bei ihrer Offensive im Osten der Ukraine in den vergangenen Tagen auch nördlich kaum an Boden gewonnen. Aus der Luft und mit Artilleriegeschützen seien zwar zahlreiche Ziele angegriffen worden, aber durch erbitterten ukrainischen Widerstand kämen die Russen unter anderem nicht wie geplant von Isjum aus Richtung Süden voran, verlautete am Donnerstag aus dem Pentagon.

Ukrainische und westliche Experten erwarten, dass Russland versuchen wird, die ukrainischen Streitkräfte mit einer Zangenbewegung einzukreisen, indem es von Isjum im Norden und Mariupol im Süden vordringt. Sobald russische Kräfte das letzte verbliebene Widerstandsnest im Azovstal-Stahlwerk in Mariupol zerschlagen haben, erwarten sie, dass die dadurch frei werdenden russischen Kräfte dazu beitragen werden, dass die Offensive volle Fahrt aufnimmt.

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Einige sagen voraus, Russland könne auch versuchen, seine Kräfte nördlich der Krim zu nutzen, um zu versuchen, die Industriezentren Saporischschja und Dnipro am Fluss Dnjepr einzunehmen und damit die Ukraine faktisch zu halbieren.

RND/AP/jst

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