Wer steckt dahinter?

Rechtsextreme wollen in Schweden Koran verbrennen – Ausschreitungen in mehreren Städten

Bereitschaftspolizisten in Malmö beobachten einen brennenden Stadtbus. Nach der Genehmigung rechter Kundgebungen ist es in der Nacht in Schweden erneut zu Krawallen gekommen.

Bereitschaftspolizisten in Malmö beobachten einen brennenden Stadtbus. Nach der Genehmigung rechter Kundgebungen ist es in der Nacht in Schweden erneut zu Krawallen gekommen.

In Schweden ist es nach Demonstrationen Rechtsradikaler am Samstag zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. In Malmö stand ein Bus in Flammen, nachdem ein brennendes Objekt auf das Fahrzeug geworfen wurde, wie der schwedische Sender SVT berichtete. Die Fahrgäste mussten evakuiert werden. Auch weitere Fahrzeuge und mehrere Mülltonnen brannten in Malmö. Die Polizei wurde mit Steinen und Molotowcocktails beworfen.

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Zuvor hatte die Polizei eine in Landskrona geplante Demonstration der dänischen Rechtspartei Stram Kurs ins 45 Kilometer weiter südlich gelegene Malmö verlegt. Dort sprach der bekannte Neonazi Rasmus Paludan, Anführer von Stram Kurs, vor einigen Dutzend Menschen. Geplant war unter anderem, einen Koran zu verbrennen.

Polizisten versuchen in Mannschaftsbussen, eine Demonstration in Malmö aufzulösen, nachdem es zu Ausschreitungen gekommen ist.

Polizisten versuchen in Mannschaftsbussen, eine Demonstration in Malmö aufzulösen, nachdem es zu Ausschreitungen gekommen ist.

Eine kleine Gruppe Gegendemonstranten warf mit Steinen nach ihnen und wurde von der Polizei mit Pfefferspray auseinandergetrieben. Paludan selbst sei von einem Steinwurf am Bein getroffen worden, berichteten schwedische Medien. Ernsthaft verletzt worden sei niemand.

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Auch am Ostersonntag ist es in Schweden in Zusammenhang mit der Genehmigung rechter Kundgebungen zu Krawallen gekommen. In der Stadt Norrköpping im Süden des Landes feuerte die Polizei nach eigenen Angaben Warnschüsse ab. Dabei sei ein Mann am Bein verletzt worden, berichtete der Sender SVT am Abend. Insgesamt gab es 13 Festnahmen. Die Polizei gab an, selbst angegriffen worden zu sein.

Stockholm, Landskrona, Örebro: erste Demonstrationen bereits seit Tagen

Schon in den Tagen davor hatten vergleichbare Veranstaltungen von Stram Kurs in mehreren schwedischen Städten zu Ausschreitungen geführt. Alle waren vorab von den Behörden genehmigt worden. In Landskrona warfen am Samstagabend bis zu 100 meist junge Leute mit Steinen, zündeten Autos, Reifen und Mülltonnen an und blockierten den Verkehr mit einer Barrikade, wie die Polizei mitteilte. Später beruhigte sich die Situation, die Lage blieb aber angespannt. Berichte über Verletzte gab es nicht.

Rechtsextreme Kundgebungen als Auslöser für schwere Ausschreitungen in Schweden

Bei Auftritten rechtsextremer Politiker in Schweden wurde der Koran verbrannt – infolgedessen kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Am Freitagabend kam es in Örebro zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Zwölf Polizisten wurden verletzt, vier Polizeifahrzeuge in Brand gesteckt. Videos und Fotos zeigten chaotische Szenen, Demonstranten warfen Steine und andere Gegenstände auf Polizisten in Einsatzmontur. Etwa ein Dutzend Polizisten erlitten Verletzungen. Bereits am Donnerstag gab es in Stockholm, Linköping und Norrköping Auseinandersetzungen.

Ein Tweet aus Örebro lässt die Gewaltbereitschaft erahnen. User Junior, augenscheinlich ein Polizist, schreibt dort: „Ich habe keine Ahnung, wem dieser Helm gehört – aber er gehört einem meiner Kollegen. Einem Kollegen, der gestern in Örebro arbeitete. Ein Mensch. Einer, der seinen Job macht und dafür sorgt, dass das grundgesetzlich geschützte Recht auf Redefreiheit aufrechterhalten wird.”

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Brennende Autos und Barrikaden

Nach Angaben der schwedischen Zeitung „Expressen“ sei in Malmö mittlerweile unter anderen ein 16-Jähriger festgenommen worden. „Wir haben den Jugendlichen als eine treibende Kraft der Ausschreitungen in Skånegården identifiziert“, sagte Polizeiabschnittsleiterin Petra Stenkula der Zeitung.

Stenkula sagte weiter, sie könne nicht ausschließen, dass die Ausschreitungen geplant gewesen seien. In vielen Städten Schwedens gibt es gewaltbereite Jugendliche mit meist islamischem Migrationshintergrund.

Sie sind sowohl Zielscheibe wie auch Gegner des bekannten Rechtsradikalen Rasmus Paludan. Zu Ostern hatte Paludan mehrere Kundgebungen angekündigt, auf denen unter anderem der Koran verbrannt werden sollte. Die Polizei hatte diese Kundgebungen des Rechtsaußen genehmigt, der die dänische und schwedische Staatsbürgerschaft besitzt und in beiden Ländern gleichermaßen hetzt.

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RND/dpa/AP/dk

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