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Millionenhilfe für Helmstedt

Helmstedt bekommt 90 Millionen Euro für Strukturwandel – und setzt auf Recycling

Im Braunkohlerevier Helmstedt (im Vordergrund das Museum Paläon) arbeiteten einst 7000 Menschen.

Im Braunkohlerevier Helmstedt (im Vordergrund das Museum Paläon) arbeiteten einst 7000 Menschen.

Hannover. Die Region Helmstedt profitiert jetzt auch vom Milliardenprogramm des Bundes für den Kohleausstieg. Das einstige Braunkohlerevier, in dem 7000 Menschen arbeiteten, soll mit 90 Millionen Euro gefördert werden. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach von einem „harten Stück Arbeit“, diese Förderung überhaupt durchzusetzen. Über die nächsten zwei Jahrzehnte sollen insgesamt bis zu 40 Milliarden Euro vom Bund in die Länder fließen sollen. Enttäuscht reagierte Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert (CDU): „Unsere Erwartungen in Bezug auf die Milliardensummen, die insgesamt für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen angedacht sind, wurden nicht erfüllt“, sagte er.

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„Dann haben wir nichts mehr“

Bürgermeister Schobert hatte schon während der Verhandlungen davor gewarnt, das Helmstedter Revier zu vergessen. Durch den Kohleausstieg sei in der Region eine riesige Lücke aufgerissen, sowohl wirtschaftlich als auch emotional. "Um diese wieder zu schließen, brauchen wir Unterstützung", hatte er im Januar gefordert. 2020, wenn der Braunkohletagebau endgültig Geschichte ist, gingen mehr als 140 Jahre Bergbaugeschichte endgültig zu Ende. "Dann haben wir nichts mehr", sagte Schobert. Etwas ernüchtert angesichts der jetzt zugesagten Summe ist auch Helmstedts Landrat Gerhard Radeck (CDU): "Aber die 90 Millionen sind natürlich auch schön."

90 Millionen Euro für neue Projekte im alten Kohlerevier

Die Bundesregierung werde in Absprache mit Niedersachsen geeignete Maßnahmen ergreifen, damit dort ausgewählte Projekte zur Unterstützung des Strukturwandels im Wert von bis zu 90 Millionen Euro umgesetzt werden können, heißt es in einem diese Woche vom Bundeskabinett verabschiedeten Eckpunktepapier.

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Kommt eine Recyclinganlage?

Weil hofft, dass es mit der Berliner Förderung „viele gute Projekte“ für die Region geben werde. „Damit kann man eine ganze Menge machen, wie etwa auch das Südniedersachsenprogramm des Landes gezeigt hat“, sagt der Regionalbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier. Man habe schon Projektlisten erarbeitet. So sei etwa eine Anlage für das Recyceln von Batterien eine Option. „Wir würden gern das Industrieareal Buschhaus wiederbeleben“, sagt Landrat Radeck.

Kohlekraftwerk ist bis 2020 noch Sicherheitsreserve

Das Kohlekraftwerk wurde 2016 abgeschaltet und dient seitdem als Sicherheitsreserve. Es kann jedoch bei Versorgungsengpässen noch bis 2020 hochgefahren werden. In Schöningen bei Helmstedt wurde der Braunkohletagebau 2016 beendet, kommendes Jahr soll dort endgültig Schluss sein.

Von Michael B. Berger und Christian Brahmann

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