Haushalt

Land hat kein Geld für Digital-Professuren

Mehr Digitales in Forschung und Lehre, etwa an der Leibniz-Uni: Daraus wird vorerst nichts.

Mehr Digitales in Forschung und Lehre, etwa an der Leibniz-Uni: Daraus wird vorerst nichts.

Hannover. Bis zu 100 Professuren für Digitales wollte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) bis 2022 an den niedersächsischen Hochschulen einrichten. Doch daraus wird wohl nichts. Im Haushalt 2019 ist nach HAZ-Informationen nicht einmal für eine dieser Professuren Geld eingeplant. Das Kabinett hat offenbar bei den jüngsten Haushaltsberatungen die Pläne von Thümler abgelehnt. Dabei hatte der Landtag erst im Mai fast einmütig für die Einführung von Digitalisierungs-Professuren gestimmt.

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„Das Kabinett hat sich anders entschieden“, sagte Ministeriumssprecherin Anna Anding der HAZ. Der Plan habe sich bei der Klausur nicht durchsetzen können. „Wir sind aber positiv gestimmt, dass das noch kommt.“ Anding betonte, dass die Zahl 100 eine „Wunschvorstellung“ für die gesamte Legislaturperiode gewesen sei. Eine so hohe Zahl wäre im erste Jahr nicht möglich gewesen. Über die möglichen Kosten der neuen Stellen wollte das Ministerium nichts sagen.

Die FDP im Landtag kritisierte die Entscheidung der rot-schwarzen Koalition scharf. „Digitalisierung bleibt bei dieser Landesregierung auf allen Ebenen auf der Strecke“, erklärte die Wissenschaftsexpertin der FDP-Fraktion, Susanne Schütz. „Nicht nur der Masterplan Digitalisierung lässt auf sich warten. Nun ist auch klar: Die Hochschulen werden auf ihrem Weg des digitalen Wandels alleine gelassen.“

Bereits im April hatte die Landeshochschulkonferenz (LHK) bei einer Anhörung im Wissenschaftsausschuss des Landtags vor einer Unterfinanzierung der Digitalisierungs-Professuren gewarnt. Bereits jetzt gebe es in Niedersachsen zu wenig Ressourcen, um im Wettbewerb wirklich konkurrenzfähig zu sein, hatte Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim und Vorsitzender der LHK, damals erklärt.

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Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU sind die Professuren als wichtiger Teil der geplanten „Digitalisierungsoffensive“ genannt. Sie sollen an geeigneten Hochschulen eingerichtet und nicht auf technische Fächer oder Informatik beschränkt bleiben. Im Kern soll es laut Ministerium darum gehen, den digitalen Wandel in allen Disziplinen wissenschaftlich zu untersuchen und den Einsatz der Technologie in der Lehre zu vermitteln.

Der Landtag hatte am 17. Mai dieses Jahres mit großer Mehrheit einen Antrag beschlossen, die Einrichtung von Digitalisierungs-Professuren zu fördern. Darin heißt es unter anderem: „Für die Gestaltung des digitalen Wandels ist daher entscheidend, dass in allen Studienfächern Professuren mit einem Schwerpunkt Digitalisierung eingerichtet werden können.“ Der Landtag fordert die Landesregierung in dem Antrag auf, diese Stellen ab 2019 an den Hochschulen in Niedersachsen zu schaffen und so auszustatten, das sie national und international konkurrenzfähig seien. Thümler hatte in seiner Rede betont: „Wir reden hier über eine Zukunftsaufgabe für das Land Niedersachsen, der wir uns nicht verweigern dürfen.“

Von Marco Seng

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