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Minister Thümler präsentiert Konzept

Land will 50 Digitalprofessuren schaffen

Will Digitalisierungsprofessuren schaffen: Wissenschaftsminister Björn Thümler.

Will Digitalisierungsprofessuren schaffen: Wissenschaftsminister Björn Thümler.

Hannover. Das Land Niedersachsen will 50 Stellen für Professorinnen und Professoren schaffen, die den digitalen Wandel an den Universitäten vorantreiben und erforschen. Die Ausschreibungen für diese sogenannten Digitalisierungsprofessuren könnten bald beginnen, für den ersten Schub stünden in diesem Jahr rund 2,9 Millionen Euro im Landesetat bereit, kündigte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) an. Insgesamt werde das Land 8,7 Millionen Euro in diese Professuren stecken, ergänzt um Mittel aus der Volkswagenstiftung. Landeshochschulratspräsident Wolfgang Friedrich, Präsident der Universität Hildesheim, begrüßte Thümlers Ankündigung: „Endlich tut sich was.“

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Cracks werden gesucht

Zehn der 50 Stellen sollen nach Thümlers für ausgeprochene Cracks der Informationstechnik reserviert werden, die in der höchsten Gehaltsstufe für staatlich angestellte Professoren rangieren. „Die Nachfrage in Wirtschaft und Verwaltung nach Fach- und Führungskräften mit informationstechnsichen und informationswissenschaftlichwen Fachkompetenzen steigt ständig an – entsprechende Studienangebote sind unabdingbar, wenn Niedersachsen wettbewerbsfähig bleiben will“, sagt der Minister. Bei den Professuren stehe die Lehre im Vordergrund, die selbst immer stärker auf digitale Hilfsmittel zurückgreife – wie alle Bereiche der Gesellschaft. Deshalb sollen die neuen Digitalisierungsprofessuren auch nicht auf rein technische Bereiche begrenzt werden, sondern auch für „die Bindestrichwissenschaften“ (Thümler) eingerichtet werden, also auch für Sozial- und Kulturwissenschaften. Sie sollen sich mit Themen wie dem wachsenden Einfluss von künstlicher Intelligenz befassen, aber auch mit der Kritik daran. „Die digitale Welt eröffnet mit bisher ungekannten ethischen und praktischen Problemen ganz neue Forschungsfelder. Bei allen Chancen, die sie bietet, darf eine kritische Auseinandersetzung nicht fehlen“, findet der Minister. Nach Thümlers Worten kommt etwa der Landmaschinenbau in Niedersachsen ohne die Verwendung künstlicher Intelligenz nicht mehr aus.

30 Professuren werden im etwas niedriger bezahlten W-2-Bereich angesiedelt, dazu kämen noch zehn Juniorprofessuren. Die Universitäten können sich in einem speziellen Wettbewerbsverfahren bewerben. Wenn die Konzepte überzeugend seien, sei auch die Einrichtung neuer Studienangebote in Niedersachsen denkbar.

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Digitalisierung betrifft alle Hochschulen

Professur Wolfgang Friedrich, Präsident der Landeshochschulkonferenz, begrüßte die Ankündigungen Thümlers. „Wir sind spät dran, aber jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache.“ Zunächst sei es auch richtig, Schwerpunkte zu setzen in der Digitalisierung. Aber dann müsse noch ein zweiter Schub geschehen, denn die Digitalisierung erfasse alle Hochschulstandorte in Niedersachsen. „Allein schon die Besetzung der ersten Reihe der Professuren wird nicht leicht sein, denn heute reißen sich alle um Informatikexperten.“ Friedrich rechnet damit, dass in der Regel im Jahr 2020 die ersten Stellen besetzt werden könnten. „Doch was das Studium selbst angeht, können wir so lange nicht warten, sondern müssen im Vorgriff die Studienkapazitäten erhöhen.“

Von Michael B. Berger

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