So wollte der BVB-Täter ein Vermögen machen

Seit 1999 gibt es die BVB-Aktie.

Seit 1999 gibt es die BVB-Aktie.

Hannover. Borussia Dortmund ist der einzige börsennotierte Fußballclub Deutschlands. Gewinnen die Kicker zum Beispiel in der Champions League, bringt das dem Verein Millioneneinnahmen, und der Kurs steigt – fliegen sie aus dem Wettbewerb, fällt die Aktie. Mit sogenannten Optionsgeschäften können Anleger aber auch dann profitieren: Sie wetten vorher darauf, dass der Kurs fallen wird. Dafür kauft man – ebenfalls an der Börse – Verkaufsrechte, sogenannte Put-Optionen. Sie garantieren, dass man die dazugehörigen Aktien an einem bestimmten Termin zu einem festgelegten Preis verkaufen kann. Rechnet der Anleger also mit einem Kurssturz, kauft er einen Optionsschein, mit dem er den aktuellen Preis einer Aktie bekommt, wenn er sie zum Beispiel in einer Woche verkauft. Die eigentliche Aktie kauft er erst nach dem Kurssturz billig ein und gibt sie sofort zum vorher garantierten höheren Preis weiter. Die Differenz ist sein Profit. Die Wette funktioniert auch andersherum, wenn man mit steigenden Kursen rechnet. Dann heißt das Papier Call-Option.

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Der BVB-Attentäter hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft Put-Optionen auf BVB-Aktien für 78.000 Euro gekauft. Wäre sein Plan aufgegangen, hätte er ein Vielfaches verdienen können. Die Optionen liefen bis zum 17. Juni. Das Kalkül war offenbar, die Mannschaft so schwer zu treffen, dass sie in den großen Wettbewerben auch auf längere Zeit keine Chance mehr hat. Das hätte für den kommerziellen BVB-Zweig, die Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien, riesige Verluste bedeutet, der Kurs wäre wohl ins Bodenlose gefallen. Doch der Mann verzockte sich. Am Tag des Anschlags stieg der Kurs sogar leicht. Nach den Niederlagen gegen den AS Monaco blieben die Kursverluste im Rahmen. Die Nachricht von der Festnahme ließ den Wert am Freitagmorgen steigen.

Alle Ereignisse des Anschlags-Abends können Sie hier im Minutenprotokoll nachlesen.

Von RND/stw

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