SPD will Spitzensteuersatz anheben

Geht es nach der SPD, soll ein Single ab einem Jahreseinkommen von 76 200 Euro den Spitzensteuersatz von 45 Prozent zahlen.

Geht es nach der SPD, soll ein Single ab einem Jahreseinkommen von 76 200 Euro den Spitzensteuersatz von 45 Prozent zahlen.

Berlin. Die deutsche Wirtschaft brummt, gleichzeitig wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. Auf dieses Problem haben die sechs etablierten Parteien in Deutschland unterschiedliche steuerpolitische Antworten. Ein Überblick aus den Wahlprogrammen.

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Die CDU verspricht ihren Wählern Steuerentlastungen von mehr als 15 Milliarden Euro bei der Einkommensteuer. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll künftig erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 60 000 Euro greifen – bisher gilt er ab 54 000 Euro. Für Ehepaare wird der doppelte Wert anerkannt. Außerdem setzt sich die Union dafür ein, zusammen mit anderen EU-Staaten eine Finanztransaktionssteuer einzuführen.

Die SPD will den Spitzensteuersatz auf 45 Prozent anheben – er würde ab einem Single-Jahresgehalt von 76 200 Euro gelten. Ein neues Familiensplitting soll das alte Ehegattensplitting ersetzen und auf die Förderung von Kindern ausgerichtet sein. Es gilt für Verheiratete wie unverheiratete Eltern mit Kindern. Partner in heute schon bestehenden Ehen sollen wählen können, ob sie das alte Splittingsystem behalten oder in den neuen Familientarif wechseln wollen. Die Sozialdemokraten sind ebenfalls für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

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Die Grünen wollen eine Vermögenssteuer für Superreiche einführen und den Spitzensteuersatz oberhalb von 100 000 Euro für ein Single-Einkommen erhöhen. Im Gegenzug sollen kleine und mittlere Einkommen entlastet werden, indem der Grundfreibetrag angehoben wird. Außerdem sollen Kapitalerträge nicht mehr pauschal mit 25 Prozent besteuert werden, sondern wieder dem normalen, persönlichen Einkommenssteuersatz unterliegen. Auch die Grünen sind für eine Finanztransaktionssteuer.

Die FDP lehnt die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer ab. Die Liberalen wollen stattdessen, dass für alle mehr Netto vom Brutto bleibt. Die Steuergrenzen sollen dazu im Sinne der Arbeitnehmer verschoben werden. Außerdem will die Partei die kalte Progression und die Steuerklasse V abschaffen.

Die Linke will Reiche stärker belasten und Arme entlasten. So soll eine Steuer für Vermögen ab einer Million Euro eingeführt werden, auf Einkommen ab 260 000 Euro im Jahr sollen 60 Prozent Steuern fällig werden, ab einem Jahreseinkommen von einer Million sogar 75 Prozent. Im Gegenzug will die Linke die unteren und mittleren Einkommen entlasten, indem der monatliche Grundfreibetrag für zu versteuerndes Einkommen auf 1 050 Euro angehoben wird.

Die AfD will die Mehrwertsteuer um 7 Prozentpunkte senken. Außerdem sollen die steuerlichen Abgaben gedeckelt werden – mehr als heutzutage sollen die Wähler in der nächsten Legislaturperiode nicht abführen müssen. Der progressiven Anstieg der Steuer soll durch Steuerstufen abgelöst werden. Außerdem will die nationalistische Partei das Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting ergänzen.

Von Anne Grüneberg/RND

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