Sprengkörper bei KZ-Gedenkstätte entdeckt - Staatsschutz ermittelt

Das Eingangstor am ehemaligen Konzentrationslager Mittelbau-Dora. Ein potenziell gefährlicher Sprengkörper an der Zufahrt der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen beschäftigt seit Wochen Polizei und Staatsschutz in Thüringen.

Das Eingangstor am ehemaligen Konzentrationslager Mittelbau-Dora. Ein potenziell gefährlicher Sprengkörper an der Zufahrt der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen beschäftigt seit Wochen Polizei und Staatsschutz in Thüringen.

Nordhausen/Weimar. Ein potenziell gefährlicher Sprengkörper an der Zufahrt der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen beschäftigt seit Wochen Polizei und Staatsschutz in Thüringen. Inzwischen werde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt, sagte eine Sprecherin der Polizei.

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Ein Junge habe den Gegenstand demnach bereits am 19. Januar beim Radfahren im Zufahrtsbereich der Gedenkstätte entdeckt. Erst später bestätigten Untersuchungen des Landeskriminalamts den Verdacht, dass darin “explosionsfähiges Material” verbaut wurde, so das Innenministerium. Weitere Untersuchungen liefen noch.

Genauere Angaben zur Art des Gegenstands machten die Beamten nicht. Der Gedenkenstättenstiftung zufolge handelte es sich um “einen zündfähigen Sprengkörper mit ernstzunehmender Wirkung”. Sicher ist laut Polizei, dass es sich nicht um eine Weltkriegsbombe oder Ähnliches handle.

Der Staatsschutz sei in erster Linie durch die räumliche Nähe zu der Gedenkstätte eingeschaltet worden. Der Polizeisprecherin zufolge gibt es bislang keine konkreten Hinweise auf einen politischen Hintergrund. Dieser sei aber nicht auszuschließen, hieß es auch im Innenministerium.

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Amerikanische Sanitäter nach der Befreiung der KZ-Insassen aus dem Lager bei Nordhausen.

Amerikanische Sanitäter nach der Befreiung der KZ-Insassen aus dem Lager bei Nordhausen.

Die Stiftung habe jeweils umgehend alle ihr von der Polizei gegebenen Informationen an den Wachschutz sowie an alle Mitarbeiter weitergeben und die Wachsamkeit verstärkt, teilte der Sprecher der Stiftung, Rikola-Gunnar Lüttgenau mit. Mitarbeiter seien angesichts der Bedeutung der Gedenkstätten und vor dem Hintergrund potenzieller rechtsextremer Übergriffe ohnehin für auffällige Gegebenheiten und Gegenstände sensibilisiert und würden entsprechend fortgebildet.

Aufmerksamkeit erhielt der Fund am Donnerstag durch Mitteilungen der Fraktionen der Linke und Grünen im Thüringer Landtag, die das Untersuchungsergebnis aufgriffen. “Noch bleibt abzuwarten, ob es den Behörden möglich sein wird, Ermittlungsergebnisse zu möglichen Personen, dem Zeitpunkt des Ablegens oder den genauen Hintergründen zu ermitteln. Dennoch müssen wir feststellen, dass dies der erste Fund solch massiver Art auf einem Gedenkstättengelände ist”, sagte die Nordhäuser Linke-Abgeordnete Katja Mitteldorf.

Mittelbau-Dora war ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Die Nationalsozialisten zwangen mehr als 60 000 Menschen dort zwischen 1943 und 1945 für die deutsche Rüstungsindustrie unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten. Jeder dritte von ihnen starb.

RND/cle/dpa

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