Strahlen aus dem Ural

Verstrahlt: 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ist der Boden etwa in Bayern immer noch belastet. Die aktuell gemessene Radioaktivität stammt jedoch aus einer anderen Quelle.

Verstrahlt: 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ist der Boden etwa in Bayern immer noch belastet. Die aktuell gemessene Radioaktivität stammt jedoch aus einer anderen Quelle.

Oberschleißheim. Die in den vergangenen Tagen unter anderem auch in Deutschland gemessene leichte Radioaktivität geht nach Expertenansicht auf eine Quelle im südlichen Ural zurück. Die Ursache der erhöhten Messwerte des radioaktiven Ruthenium-106 sei jedoch weiterhin unklar, teilten das Bundesamt für Strahlenschutz in Oberschleißheim bei München und das Bundesumweltministerium am Sonntag mit. Ein Unfall in einem Atomkraftwerk könne als Ursache ausgeschlossen werden, da ausschließlich Ruthenium-106 nachgewiesen wurde. Es bestehe in Deutschland keinerlei Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung.

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An verschiedenen Messstellen in Europa waren seit etwa einer Woche leicht erhöhte Werte von Ruthenium in der Luft nachgewiesen worden, unter anderem an Stationen des Deutschen Wetterdienstes sowie auch in an mehreren europäischen Stationen, etwa in Österreich und Italien. Nach Berechnungen der Experten wurde das radioaktive Material in der letzten Septemberwoche freigesetzt.

Die Konzentration des Stoffes ist jedoch sehr gering. So betrage die höchste in Deutschland gemessene Konzentration von Ruthenium in Görlitz etwa 5 Millibecquerel pro Kubikmeter Luft. „Selbst bei konstanter Einatmung über den Zeitraum von einer Woche ergibt sich daraus eine Dosis, die niedriger ist als die, die durch die natürliche Umgebungsstrahlung in einer Stunde aufgenommen wird“, heißt es in der Mitteilung.

Von RND/dpa

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