Studie: Noch nie war der Jugend Umweltschutz so wichtig

Zahlreiche junge Teilnehmer nehmen an der Klimademonstration Fridays for Future teil. (Archivbild)

Zahlreiche junge Teilnehmer nehmen an der Klimademonstration Fridays for Future teil. (Archivbild)

Berlin. Deutsche im Alter zwischen 14 und 22 Jahren sehen Klima- und Umweltschutz als das drängendste Thema unserer Zeit. Das geht aus der Studie „Zukunft? Jugend fragen!“ im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes hervor, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Fast die Hälfte der Befragten – 46 Prozent – bezeichnet den Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtiges Problem. Ähnlich stark beschäftigen die jungen Bürger danach die Zustände des Gesundheits- und des Bildungssystems. Arbeitslosigkeit fällt hingegen durch das Raster. 35 Prozent bewerten das Feld als „eher nicht wichtig“.

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Eine deutliche Mehrheit der Befragten misst der Demokratie eine große Bedeutung zu, das Vertrauen in die Politik ist jedoch gering: Mehr als 70 Prozent finden, dass sich Politiker nicht um das kümmern, was die Menschen denken. Sie fordern der Studie zufolge mehr Engagement für soziale Gerechtigkeit und den Umwelt- und Klimaschutz. Denn Konfliktpotenzial sehen die Teilnehmer vor allem darin, wenn sich Menschen umweltfreundliche Produkte nicht leisten können.

Mehr als die Hälfte der Befragten hat laut Studie selbst bereits Onlineaktionen und Onlinepetitionen unterstützt. Ein Drittel – 33 Prozent – hat an Demonstrationen teilgenommen.

Schulze ist beeindruckt von jugendlicher Selbstkritik

Die Jugend nimmt nicht nur die Bundesregierung in die Pflicht, in Sachen Klima aktiv zu werden, sondern vor allem sich selbst. Jede und jeder Einzelne sei selbst der wichtigste Akteur und müsse mehr machen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nahm bei der Vorstellung die Selbstkritik der neuen Generation wohlwollend zur Kenntnis: „Was mich beeindruckt, ist: Die Jugend zeigt mit dem Finger auf sich selbst. Das würde ich mir von mehr Menschen wünschen.“

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Schulze regte in der Diskussion mit den anwesenden Jugendlichen zudem an, sich weiter zu engagieren und Forderungen zu stellen. Angesprochen auf den Kohleausstiegsplan verteidigte die Umweltministerin den Gesetzentwurf. Deutschland würde eine Vorreiterrolle einnehmen, um zu zeigen, dass der Umstieg auf erneuerbare Ressourcen möglich sei. Dies könne allerdings nur „Schritt für Schritt“ passieren.

Der Präsident des Bundesumweltamtes Dirk Messner monierte hingegen, dass die Uhr ticke. „Wir können noch acht Jahre so weitermachen, dann erreichen wir eine Erderwärmung von 1,5 Grad.“ Oberstes Ziel müsse es sein, aus der eigenen „Blase“ auszubrechen. „Wir müssen mehr mit jenen reden, die noch nicht überzeugt sind“, forderte Messner in der Diskussion mit den Jugendlichen. Zudem nahm er die Politik in die Pflicht, denn die Wissenschaft könne nur „Pfade der Lösung“ aufzeigen, handeln müssten andere.

An der Studie nahmen 1007 Personen aus allen deutschen Bundesländern teil.

RND

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