Presse- und Meinungsfreiheit weiter eingeschränkt

Taliban blockieren Dienste der Deutschen Welle in Afghanistan

Die radikalislamischen Taliban haben Dienste der Deutschen Welle (DW) in Afghanistan blockiert.

Die radikalislamischen Taliban haben Dienste der Deutschen Welle (DW) in Afghanistan blockiert.

Bonn. Die radikalislamischen Taliban haben Dienste der Deutschen Welle (DW) in Afghanistan blockiert. Einige Dienste der DW in Afghanistan seien nicht mehr abrufbar, hieß es auf der Website des Senders am Montag. So melde der Paschtu-Dienst der DW, dass einige Programme nicht mehr von afghanischen Partnern ausgestrahlt werden könnten. Betroffen sei zum Beispiel die politische Talkshow „Aashti“ der DW in Dari und in Paschtu beim lokalen Partner ToloNews.

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Seit ihrer Machtübernahme im August schränken die radikalislamische Taliban die Medien im Land immer weiter ein. Ende September führte die Taliban-Führung Regeln für die Medien ein, die so weitreichend und so vage gehalten sind, dass laut Experten jegliche kritische Berichterstattung verboten ist.

Intendant der DW von Einschränkungen beunruhigt

Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, bezeichnete die zunehmende Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit in Afghanistan als sehr beunruhigend. Seit der Machtübernahme durch die Taliban warteten die Menschen im Land vergebens auf eine Verbesserung ihrer Lebensumstände oder zumindest auf eine Normalisierung.

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„Dass die Taliban jetzt die Verbreitung der Programme der DW durch unsere Medienpartner unter Strafe stellen, behindert eine positive Entwicklung in Afghanistan. Dafür sind freie Medien unerlässlich und wir werden alles unternehmen, um die Menschen in Afghanistan über das Internet und Soziale Medien auch weiterhin mit unabhängigen Informationen zu versorgen“, sagte Limbourg.

Indessen meldete am Sonntagabend die britische BBC, dass ihr Fernsehprogramm in Afghanistan eingestellt worden sei, nachdem die Taliban den lokalen Sendern befohlen hätten, keine Inhalte von internationalen Partnern zu senden. Der Sender nannte dies eine „besorgniserregende Entwicklung“. Mehr als sechs Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen seien von Programmen in persischer, paschtuischer und usbekischer Sprache betroffen, teilte die BBC auf ihrer Webseite mit. Radio- und Online-Dienste seien nicht betroffen.

RND/epd

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