Thailands Ex-Regierungschefin ins Ausland geflohen

Thailands ehemalige Regierungschefin Yingluck Shinawatra soll ins Ausland geflohen sein.

Thailands ehemalige Regierungschefin Yingluck Shinawatra soll ins Ausland geflohen sein.

Bangkok. Thailand hat Haftbefehl gegen seine ehemalige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra erlassen. Die 50-Jährige ließ am Freitag die Urteilsverkündung in einem Verfahren wegen Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe platzen. Nach Angaben ihrer Anwälte war sie zu krank, um vor Gericht in Bangkok zu erscheinen. Daraufhin ordnete die Justiz an, mit Haftbefehl nach ihr zu suchen. Vermutet wird, dass sich die Politikerin ins Ausland abgesetzt hat. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.

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Wegen der Vorwürfe, die in ihre Amtszeit zurückreichen, musste sich Yingluck seit eineinhalb Jahren vor einem Sondergericht für politische Straftaten verantworten. Ihr wird zur Last gelegt, mit staatlichen Subventionen für Reis - ein Grundnahrungsmittel in Thailand - Milliarden verschwendet zu haben.

„Kann nicht bestätigen, dass sie noch im Land ist“

Yingluck erschien dann aber zu der Urteilsverkündung einfach nicht. Ihre Anwälte begründeten dies mit Kopfweh und Ohrenschmerzen, ohne jedoch ein Attest vorzulegen. Daraufhin wurde wegen „Fluchtgefahr“ Haftbefehl erlassen. Nach Zeitungsberichten hat sich die Politikerin ins Ausland abgesetzt, möglicherweise nach Singapur. Ihr Anwalt Norawit Lalaeng sagte: „Ich weiß nicht, wo sich Yingluck befindet. Ich kann nicht bestätigen, dass sie noch im Land ist.“

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Yingluck hatte zuvor mehrfach versprochen, keinesfalls ins Ausland zu fliehen. Am Mittwoch hielt sie sich noch in Bangkok auf. Der Ministerpräsident der amtierenden Militärregierung, General Prayuth Chan-o-cha, ordnete eine Verschärfung der Grenzkontrollen an. Die Verkündung des Urteils wurde auf den 27. September verschoben. Falls Yingluck auch dann nicht erscheint, soll der Richterspruch in Abwesenheit vekündet werden.

Vor Gericht verfolgten Tausende Anhänger der Ex-Ministerpräsidentin die jüngsten Entwicklungen. Viele trugen T-Shirts mit Slogans wie „Gerechtigkeit. Liebe. Yingluck.“ Eine Anhängerin, Bang-orn Saelung, sagte: „Yingluck ist ein guter Mensch. Die Shinawatras haben uns arme Leute nie vergessen. Ich bete zu den heiligen Geistern, dass sie Yingluck beschützen.“

Vor allem in ärmeren Bevölkerungsschichten hat Yingluck noch viele Anhänger.

Vor allem in ärmeren Bevölkerungsschichten hat Yingluck noch viele Anhänger.

Von Christoph Sator und Hathai Techakitteranun

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