50-jähriger Filmemacher stirbt in Irpin

Toter US-Journalist in Ukraine: das grausame Ende einer Reportage

Der getötete Filmemacher Brent Renaud (rechts) mit seinem Bruder Craig bei der Verleihung der International Documentary Achievement Awards 2006 in Los Angeles.

Der getötete Filmemacher Brent Renaud (rechts) mit seinem Bruder Craig bei der Verleihung der International Documentary Achievement Awards 2006 in Los Angeles.

Washington. Der amerikanische Sicherheitsberater Jake Sullivan befand sich gerade auf dem Weg zu einer der sonntäglichen Politik­sendungen der US-Kabelsender, als er von dem Tod eines amerikanischen Journalisten in der Ukraine erfuhr. „Das ist schockierend und entsetzlich“, rang der hochrangige Mitarbeiter von Präsident Joe Biden um Worte: „Das ist Teil einer unverfrorenen Aggression der Russen, die Zivilisten, Krankenhäuser, Orte des Gebetes und Journalisten gezielt angreifen.“

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Nach ukrainischen Angaben handelt es sich bei dem Opfer um Brent Renaud, einen preisgekrönten Dokumentarfilmer, der unter anderem für die Sender HBO, NBC und PBS arbeitete. Gemeinsam mit einem Kollegen, der verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde, soll der 50-Jährige im Kiewer Vorort Irpin an einem Kontrollpunkt unter Beschuss von russischen Soldaten geraten sein. Als Beleg postete der Polizeichef von Kiew Fotos der Leiche, des amerikanischen Passes und des Presseausweises von Renaud bei Facebook.

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Mehrere ausländische Reporter wurden schon verwundet

Der aus Little Rock im Bundesstaat Arkansas stammende Renaud ist der erste amerikanische Journalist, der im Ukraine-Krieg getötet wurde. Mindestens drei Korrespondenten von internationalen Medien sind nach Angaben der amerikanischen Nicht­regierungs­organisation Committee to Protect Journalists seit Ende Februar verletzt worden. Renaud arbeitete gewöhnlich zusammen mit seinem Bruder Craig. Ob es sich bei ihm um den Verletzten handelt, war zunächst nicht klar.

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Die Journalistin Jane Ferguson, die für den renommierten nicht kommerziellen Sender PBS aus der Ukraine berichtet, twitterte, sie habe am Straßenrand die Leiche von Renaud unter einer Decke gesehen. Ukrainische Sanitäter hätten ihm nicht mehr helfen können.

Laut ihrem PBS-Kollegen Simon Ostrowsky, der Renaud als „außergewöhnlichen Filmemacher“ würdigte, arbeitete der Journalist an einem Filmprojekt über Flüchtlinge rund um den Globus. Mit Dokumentationen unter anderem über die mexikanischen Drogenkartelle, einen jungen US-Soldaten im Irak-Krieg und die Erdbeben­katastrophe in Haiti hatte sich Renaud, der bis 2015 auch für die „New York Times“ arbeitete, einen Namen gemacht.

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Allein CNN beschäftigt 75 Mitarbeiter in der Ukraine

In den USA wird die Todesnachricht auch deshalb schockiert aufgenommen, weil eine enorme Zahl von Korrespondenten für amerikanische Medien aus der Ukraine berichtet. Allein die „Washington Post“ hat neun Journalisten vor Ort, bei der „New York Times“ dürften es mehr als ein Dutzend sein. Bei CNN sendet Starmoderator Anderson Cooper abends live aus Lwiw. Die durch ihre unerschrockene Afghanistan-Bericht­erstattung bekannt gewordene Korrespondentin Clarissa Ward ist täglich im Land unterwegs. Mit Fahrern und Übersetzern beschäftigt allein CNN nach eigenen Angaben derzeit 75 Männer und Frauen in der Ukraine.

Die unerschrockene PBS-Reporterin Jane Ferguson beobachtete am Sonntag an der Todesstelle in Irpin einen aufgebrachten ukrainischen Polizisten. „Sag Amerika, sag der Welt, was sie mit einem Journalisten gemacht haben!“, rief er ihr zu.

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