„Leben aller Amerikaner mit seiner Arbeit berührt“

US-Virologe Fauci zieht sich aus Regierungsarbeit zurück

Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, spricht während einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, spricht während einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Washington. Der medizinische Chefberater von US-Präsident Joe Biden, Anthony Fauci, hat für Dezember seinen Rückzug aus der Regierungsarbeit angekündigt. Fauci ist zudem Direktor des Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) sowie Chef des angeschlossenen Labors für Immunregulation. Bereits vor der Corona-Pandemie spielte er eine wichtige Rolle, etwa für die Reaktion der Behörden auf die Ausbreitung von Aids und anderen Infektionskrankheiten. Schon im Jahr 1968 war er an das Institut gewechselt.

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„Ich werde aus diesen Ämtern im Dezember diesen Jahres ausscheiden, um das nächste Kapitel meiner Karriere anzugehen“, sagte der 81-Jährige in einer Mitteilung am Montag. Seine Rollen auszuüben, sei die Ehre seines Lebens gewesen.

Ob sie ihn persönlich getroffen haben oder nicht, er hat die Leben aller Amerikaner mit seiner Arbeit berührt.

US-Präsident Joe Biden

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Biden lobte Fauci in einer Mitteilung. „Ob sie ihn persönlich getroffen haben oder nicht, er hat die Leben aller Amerikaner mit seiner Arbeit berührt. Ich spreche meinen tiefsten Dank für seinen öffentlichen Dienst aus. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind dank ihm stärker, widerstandsfähiger und gesünder“, erklärte der Präsident.

Trotz Rückzugs geht die Arbeit weiter

Fauci sagte, er wolle trotz seines Rückzugs aus den Diensten der Regierung weiter arbeiten. „Ich möchte nutzen, was ich als NIAID-Direktor gelernt habe, um Wissenschaft und öffentliche Gesundheit weiterhin voranzubringen und eine neue Generation wissenschaftlicher Führungskräfte zu inspirieren und anzuleiten, während diese die Welt darauf vorbereiteten, künftigen Bedrohungen durch infektiöse Krankheiten die Stirn zu bieten.“

Fauci hatte vor allem im Zuge der Corona-Pandemie Berühmtheit erlangt. Mit regelmäßigen Auftritten in den Fernsehnachrichten und bei Pressekonferenzen des Weißen Hauses wurde er zum Gesicht der Reaktion auf die Pandemie, als diese Anfang 2020 begann.

Tiefes Misstrauen:  Donald Trump (l), bis 2021 Präsident der USA, steht neben Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten.

Tiefes Misstrauen: Donald Trump (l), bis 2021 Präsident der USA, steht neben Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten.

Mit dem Voranschreiten der Pandemie fiel er bei dem damaligen Präsidenten Donald Trump und dessen Getreuen in Ungnade, weil seine Aufrufe zur Vorsicht mit dem Wunsch Trumps zu einer Rückkehr zur Normalität und dem Faible des Staatsoberhaupts, für Therapien ohne erwiesene Wirksamkeit gegen das Virus zu werben, über Kreuz lagen.

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Von der Trump-Regierung abgekanzelt

Fauci wurde von der Trump-Regierung abgekanzelt und aus wichtigen Entscheidungen über die Corona-Politik des Bundes herausgehalten. Doch er äußerte sich weiter öffentlich und trat in Interviews für das Abstandhalten und das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit vor der Verbreitung von Impfstoffen ein. Er war das Ziel politischer Attacken und von Todesdrohungen und erhielt Personenschutz. Als Biden Präsident wurde, bat er Fauci, seiner Regierung in einer erhöhten Funktion weiter zu dienen.

RND/AP

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