Trumps Twitter-Stürme erreichen Europa

Donald Trumps Tweets sorgten abermals für politisches Kopfschütteln.

Donald Trumps Tweets sorgten abermals für politisches Kopfschütteln.

Washington. Donald Trumps Twitter-Stürme fegen fast allmorgendlich durch die amerikanische Hauptstadt. Von vielen seiner mehr als 43 Millionen Followern begeistert aufgenommen, sorgen sie dagegen in den gemäßigten politischen Kreisen in Washington nicht selten für Kopfschütteln. Einen neuen Höhepunkt erreichte seine Raserei in der Nacht zum Mittwoch: Der Chef des Weißen Hauses leitete drei Tweets von Jayda Fransen weiter - einer britischen Rechtsradikalen, die sich für die Partei "Britain First" engagiert und insbesondere gegen Muslime hetzt. Per Gerichtsurteil ist es der Aktivistin mittlerweile verboten, in England Moscheen zu betreten. Auch für die Stadt Luton gilt ein entsprechendes Verbot.

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Fransens Videos lassen sich bisher nicht überprüfen und sollen anscheinend Übergriffe von Islamisten gegen Nicht-Muslime zeigen. Außerdem ist die Zerstörung einer Marienstatue zu sehen.

Premierministerin Theresa May reagierte empört

Großbritanniens Premierministerin Theresa May reagierte am Mittwoch in aller Schärfe auf Trumps Twitter-Aktionen: Das Weiterleiten dieser Materialien sei falsch, da sie einer hasserfüllten Erzählung folgen würden. „Britain First“ würde Lügen verbreiten und Spannungen anheizen, heißt es in der Mitteilung der Regierung. Im übrigen würden Briten eine Rhetorik dieser Art ablehnen, da sie gegen Anstand, Toleranz und Respekt verstoße.

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Trumps Twitter-Tiraden sorgen in Großbritannien für Entsetzen, zumal vor einem Jahr die Labour-Abgeordnete Jo Cox von einem Attentäter ermordet wurde, der während der Tat "Britain First" gerufen hatte.

Cox’ Witwe wandte sich - ebenfalls per Twitter - direkt an den US-Präsident und schrieb: Er solle sich schämen.

Muslimische Bürgerrechtsgruppe spricht von Anstiftung zur Gewalt

Erschüttert zeigt sich auch die muslimische Bürgerrechtsgruppe „Council on American-Islamic Relations“: „Trumps Tweets kommen einer Anstiftung zur Gewalt gegen amerikanische Muslime gleich“, sagt Nihad Awad, Sprecher der Bürgerrechtsgruppe. Derartige Tweets würde er von hasserfüllten Extremisten erwarten, nicht aber vom Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Recht unbeeindruckt von den Protesten in London zeigt sich dagegen das Weiße Haus. Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders bezeichnete es am Mittwoch als „nicht wesentlich“, ob die Videos echt sind: „Die Bedrohung ist echt. Der Präsident wollte mit den Retweets sagen, dass er sich für starke Grenzen einsetzt.“

Tweets erinnern an Anti-Islam-Politik

Trump selbst hatte die weitergeleiteten Nachrichten nicht kommentiert. Sie erinnern allerdings an seine Wahlkampfreden, in denen der Geschäftsmann mehrfach pauschal davon sprach, dass „der Islam gegen uns ist“.

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Zeitungen wie die Washington Post und New York Times erinnern zudem an die mangelhafte Abgrenzung Trumps zu rechtsradikalen Gruppen in den USA. Bekannt sind unter anderem seine weitergeleiteten Tweets, in denen ein grundsätzlicher Einreisestopp für Muslime gefordert wird.

Von Stefan Koch/RND

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