Türkei nimmt zwei griechische Soldaten fest

Ein Bild aus besseren Tagen: Im November 2007 weihte der türkische Premier Erdogan noch mit seinem griechischem Kollegen eine Gas-Pipeline am Evros ein. Mittlerweile ist das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern angespannt.

Ein Bild aus besseren Tagen: Im November 2007 weihte der türkische Premier Erdogan noch mit seinem griechischem Kollegen eine Gas-Pipeline am Evros ein. Mittlerweile ist das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern angespannt.

Athen. Eine türkische Streife stellte die Soldaten am Grenzfluss Evros, nahm sie fest und brachte beide in die nächstgelegene Stadt Edirne. Dort werden sie seither verhört. Der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos bestätigte am Freitag den Vorfall und sagte, man bemühe sich auf Ebene der Außenministerien beider Länder um eine Lösung. In früheren Fällen schickte die Türkei griechische Soldaten nach versehentlichen Grenzübertritten wieder zurück.

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Diesmal scheint es komplizierter zu werden, wie die Überstellung der beiden Griechen nach Edirne zeigt. Wie türkische Medien berichteten, wurden die Mobiltelefone der beiden Soldaten sichergestellt. Sie sollen jetzt untersucht werden. Medienberichten zufolge droht den beiden Soldaten eine Anklage wegen „Spionage“. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind traditionell schwierig wegen zahlreicher bilateraler Streitfragen.

Ankara könnte die Soldaten als Unterpfand nutzen

Für zusätzliche Spannungen sorgte im Sommer 2016 die Flucht von acht türkischen Offizieren nach Griechenland. Sie setzten sich während des Putschversuchs mit einem Helikopter ins nordgriechische Alexandroupolis ab.

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Die Türkei beschuldigt sie als Putschisten und verlangt ihre Auslieferung. Das Oberste griechische Gericht hat aber entschieden, dass die Männer nicht ausgeliefert werden dürfen, weil sie dort kein faires Verfahren erwartet. Denkbar wäre, dass die Türkei jetzt versuchen könnte, mit der Festnahme der beiden griechischen Soldaten den Druck auf Athen zu erhöhen.

Von Gerd Höhler/RND

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