Nach russischen Angriffen

Ukraine: Fortschritte bei Stromversorgung – aber immer noch sechs Millionen ohne Elektrizität

Millionen Menschen in der Ukraine sind weiter ohne Strom.

Millionen Menschen in der Ukraine sind weiter ohne Strom.

Kiew. Nach den jüngsten russischen Angriffen auf die Infrastruktur der Ukraine haben sich die Behörden am Samstag weiter um die Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung im Land bemüht. Seit verbreiteten Stromausfällen in den vergangenen Tagen seien Millionen Menschen wieder ans Netz angeschlossen worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

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Von Mittwoch bis zum Freitagabend sei es gelungen, die Zahl der von der Stromversorgung abgeschnittenen Menschen von fast zwölf Millionen auf mehr als sechs Millionen zu halbieren und das System zu stabilisieren, sagte Selenskyj am Freitag in seiner abendlichen Fernsehansprache. In den meisten Regionen, darunter die Hauptstadt Kiew, gebe es allerdings weiterhin Blackouts.

Hunderttausende Menschen in Kiew noch ohne Strom

Mit Blick auf Kiew verwies der Präsident auf „viele Beschwerden“ bezüglich der Einrichtung von öffentlichen Versorgungspunkten, in denen sich die Bewohner aufwärmen, mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgen sowie Akkus laden können. Die Bewohner von Kiew bräuchten mehr Schutz, forderte Selenskyj. Von Stromausfällen betroffen seien noch 600.000 Menschen. „Ich erwarte Qualitätsarbeit vom Büro des Bürgermeisters“, sagte er unter Anspielung auf Amtsinhaber Vitali Klitschko.

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Klitschko warnte nach der Kritik vor einem politischen Streit. „Der Schlüssel des Erfolgs der Ukraine nach dem Angriff Russlands auf unser Land ist der Zusammenhalt, sowohl national als auch international“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Wir müssen weiter gemeinsam dafür sorgen, das Land zu verteidigen und die Infrastruktur zu schützen.“

Klitschko versicherte, dass in „Rekordtempo“ an einer Lösung gearbeitet werde. „Die Stadt hat wieder Wasser und 95 Prozent Heizung, jetzt arbeiten wir vor allem daran, dass der Strom überall zurückkommt.“

Am Samstagmorgen erklärte die Stadtverwaltung, die Wasserversorgung sei in der gesamten Stadt wiederhergestellt. 130.000 Menschen seien noch ohne Strom. Binnen 24 Stunden würden die Strom- und Wasserversorgung, Heizung und Kommunikationsdienste komplett wieder hergestellt, hieß es.

Gefechte im Osten der Ukraine dauern an

Der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo traf am Samstag in Kiew Präsident Selenskyj. De Croo twitterte, Belgien gebe weitere humanitäre und militärische Hilfe frei, nannte aber keine Einzelheiten.

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Im Osten der Ukraine hielten die Gefechte an. In der südlichen Regionalhauptstadt Cherson, die Mitte des Monats von ukrainischen Truppen zurückerobert wurde, versuchten Bewohner angesichts des anhaltenden russischen Bombardements der vergangenen Tage in Richtung Norden und Westen zu fliehen. „Ich habe kein Geld, ich kann nicht einmal Benzin für das Auto kaufen“, sagte Iryna Rusanowska auf einer Straße in Cherson. Ganz in der Nähe lagen die Leichen von drei Menschen, die bei einem Angriff am Donnerstag ums Leben kamen. Sie wolle ihre Familie in den Westen der Ukraine oder außer Landes bringen, sagte Rusanowska.

Im Rahmen einer ersten organisierten Evakuierung brachte ein von der Regierung gecharterter Zug am Freitag etwa 100 Einwohner aus der Stadt. Busse sollten weitere Menschen in Notunterkünfte nach Odessa, Mykolajiw und Krywyj Rih bringen, erklärte das Ministerium für Reintegration.

RND/AP

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