Nach Eroberung des Atomkraftwerks

Ukraine soll für Strom Geld an Russland zahlen

1.5.2022, Ukraine, Enerhodar: Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto steht ein russischer Militärkonvoi auf der Straße zum Kernkraftwerk Saporischschja, dem größten Kernkraftwerk Europas und einem der zehn größten der Welt, in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine.

1.5.2022, Ukraine, Enerhodar: Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto steht ein russischer Militärkonvoi auf der Straße zum Kernkraftwerk Saporischschja, dem größten Kernkraftwerk Europas und einem der zehn größten der Welt, in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine.

Im Angriffskrieg gegen die Ukraine schmiedet Russland bereits Pläne für wichtige Industriestandorte innerhalb der umkämpften Gebiete. So ist die Industriestadt Saporischschja bislang zwar unter ukrainischer Kontrolle. Allerdings habe Moskau bereits eigene Ideen für die Stadt im Südosten der Ukraine geäußert: Das Kernkraftwerk in Saporischschja solle die Ukraine künftig nur mit Strom versorgen, wenn Kiew dafür zahle.

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„Ich denke, die Perspektive der Region liegt darin, in unserer einträchtigen russischen Familie zu arbeiten“, soll der russische Vizeregierungschef Marat Chusnullin laut der Nachrichtenagentur RBK gesagt haben. Das berichten am Mittwoch mehrere Medien.

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Das Atomkraftwerk von Saporischschja (im Norden von Melitopol) wurde bereits Anfang März von russischen Truppen erobert und besetzt. Es gilt als leistungsstärkstes Kernkraftwerk in ganz Europa. Die Gebietshauptstadt Saporischschja selbst wird nach wie vor von ukrainischen Truppen kontrolliert. Zuletzt wurde die Stadt als Anlaufstelle für die Evakuierungen im Süden der Ukraine genutzt. So wurden etwa bei den von den Vereinigten Nationen koordinierten Evakuierungsmissionen der Hafenstadt Mariupol gerettete Zivilisten vorerst nach Saporischschja gebracht.

Russifizierung der Südukraine geplant?

Der russische Vizeregierungschef hatte zuvor am Dienstag bei einem Besuch im westlich von Saporischschja gelegenen Gebiet Cherson Ansprüche auf diese Region erhoben. Cherson werde einen „würdigen Platz in unserer russischen Familie“ einnehmen, kündigte Chusnullin an. Man werde künftig zusammen leben und arbeiten, zitierte ihn die russische Agentur Ria Novosti.

Ukraine gibt mit Stahlwerk letzte Bastion in Mariupol auf

Das ukrainische Militär kündigte am Dienstag an, eine komplette Evakuierung des Azovstal-Werks anzustreben.

Russland führte in der Region zum 1. Mai bereits den russischen Rubel als offizielles Zahlungsmittel ein. Der Vizechef der prorussischen Verwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, brachte vor einigen Tagen ein formelles Beitrittsgesuch an Kremlchef Wladimir Putin ins Gespräch. Die ukrainische Regierung zeigte sich überzeugt, dass eine Russifizierung des Gebiets Cherson scheitern werde.

Auch in Mariupol berichten ukrainische Quellen von russischen Plänen für die umkämpfte Hafenstadt. Nach dem Wiederaufbau unter Führung des Tschetschenen Ramsan Kadyrow soll aus dem Wirtschaftszentrum ein Erholungsgebiet werden. Experten zeigten sich zuletzt irritiert über die Strategie aus Moskau.

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Der Kreml hat bislang als Kriegsziel offiziell nur die „Befreiung“ der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk ausgegeben. Allerdings hatte ein russischer Befehlshaber vor einigen Wochen Pläne der Moskauer Militärs offengelegt, sich die gesamte Südukraine einzuverleiben – womit Russland etwa eine Landverbindung zur 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hätte.

RND/hyd

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