Ukraine-Gipfel in Brüssel

US-Regierung prüft wohl Szenarien für möglichen Einsatz von Moskaus ABC-Waffen

Eine strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M fährt bei der Militärparade über den Roten Platz in Moskau (Archivbild).

Eine strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M fährt bei der Militärparade über den Roten Platz in Moskau (Archivbild).

New York/Brüssel. Die US-Regierung lässt einem Zeitungsbericht zufolge von Sicherheitsexperten Szenarien prüfen, wie die Nato auf einen möglichen Einsatz von atomaren, biologischen und chemischen Waffen Russlands im Krieg gegen die Ukraine reagieren sollte. Das so genannte Tiger Team überdenke zudem Reaktionen für den Fall, dass Russland in das Nato-Gebiet vordringe, um Konvois anzugreifen, die Waffen und Hilfsgüter in die Ukraine bringen, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf mehrere Beamte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Giftwolken auch auf Nato-Gebiet

Hintergrund für diese Überlegungen sei die Annahme, dass der russische Präsident Wladimir Putin frustriert sei über den mangelnden Fortschritt seines Militärs in der Ukraine oder dass er den Westen vor einem Eingreifen warnen wolle, hieß es weiter. Bei einem Einsatz von Chemiebomben etwa könnten Giftwolken auch auf Nato-Gebiet gelangen. Das werfe die Frage auf, ob dies als Angriff auf das westliche Verteidigungsbündnis gewertet werden müsste.

Bundeskanzler Olaf Scholz begrüßt neben US-Präsident Joe Biden den japanischen Premierminister Fumio Kishida vor Beginn des Treffens der G7 Staaten im Nato Hauptquartier in Brüssel.

Bundeskanzler Olaf Scholz begrüßt neben US-Präsident Joe Biden den japanischen Premierminister Fumio Kishida vor Beginn des Treffens der G7 Staaten im Nato Hauptquartier in Brüssel.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Diese Szenarien werden dem Bericht zufolge voraussichtlich an diesem Donnerstag im Mittelpunkt einer außerordentlichen Sitzung der 30 Nato-Staaten stehen, die sich in Brüssel zum ersten Mal seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar hinter verschlossenen Türen treffen. Handys und Berater seien dabei nicht zugelassen, schreibt die Zeitung weiter. US-Präsident Joe Biden ist für dieses Treffen und weitere im Rahmen der G7-Staaten und der EU aus den USA angereist.

Auch einen Angriff Russlands auf Nicht-Nato-Länder wie Georgien und Moldau sowie die damit zu erwartenden Flüchtlingsbewegungen Richtung Europa diskutiert das Team der Zeitung zufolge in seinen dreimal wöchentlich stattfindenden, geheimen Sitzungen.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen