USA bemühen sich um Deeskalation in Syrien

Super Hornets der US-Luftwaffe: In der Nähe von Al-Rakka hat eine Maschine diesen Typs einen syrischen Kampfjet abgeschossen.

Super Hornets der US-Luftwaffe: In der Nähe von Al-Rakka hat eine Maschine diesen Typs einen syrischen Kampfjet abgeschossen.

Washington. Nach dem Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs unweit des IS-Hauptstadt Al-Rakka bemüht sich das Pentagon um Deeskalation. „Der Informationskanal zwischen russischen Militärs und unseren Kräften steht weiterhin offen“, sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford. Bei einem Gespräch mit Journalisten in Washington hob der General das gemeinsame Ziel Russlands und der USA hervor: Der Einsatz diene der Bekämpfung der Milizen des „Islamischen Staates“.

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Eine US-Maschine vom Typ F/A-18 Super Hornet hatte am Sonntag ein Su-22 Kampfflugzeug der syrischen Luftwaffe abgeschossen, das nach Einschätzung der Amerikaner verbündete Truppen bombardierte, die unmittelbar gegen IS-Banden vorgehen. „Vor Ort kennt jedermann die Frontstellung“, hob Dunford hervor. Für die russische Führung sei es daher eine Nagelprobe, ob sie sich zuallererst im Antiterrorkampf engagieren oder vor allem das syrische Regime stärken wolle. „In den nächsten Stunden werden wir sehen, ob es der russischen Föderation rund um Al-Rakka und im südlichen Syrien wirklich um die gemeinsamen Ziele geht“, so Dunford. Er habe weiterhin Vertrauen in den gemeinsamen Informationsaustausch. Etwas zweideutig fügte der 62-Jährige allerdings hinzu: „Im übrigen habe ich Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Einsatzkräfte, auf sich selbst aufzupassen.“

Auch Sean Spicer, Sprecher des Weißen Hauses, betonte die Bedeutung der amerikanisch-russischen Kooperation in dem Bürgerkriegsland: „Eine Eskalation hilft niemandem weiter.“ Die US-Regierung lege großen Wert auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den IS.

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Australien setzt Angriffe aus

Wie angespannt die Lage angesichts des jüngsten Vorfalls ist, zeigt dagegen die Reaktion des australischen Militärs: Nach den scharfen Protesten aus Moskau soll die eigene Luftwaffe nicht weiter die IS-Stellungen angreifen und die Situation zunächst einmal beobachten, teilte das australische Verteidigungsministerium mit. Das gemeinsame Vorgehen – einschließlich Russlands – sei unerlässlich.

Wie die russische Agentur Interfax berichtet, ist der Konflikt über den Abschuss der syrischen Maschine für die russische Regierung keineswegs ausgestanden: Das Verhalten der amerikanischen Luftwaffe bereite große Sorgen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Flugzeuge und Drohnen westlich des Flusses Euphrat würden künftig als potenzielle Ziele ins Visier genommen. Bereits zuvor hatte Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow den Abschuss des Kampfjets als Akt der Aggression bezeichnet. Da die US-Luftwaffe bereits vor einer Woche eine bewaffnete Drohne der syrischen Armee abgeschossen habe, liege ein schwerer Verstoß gegen die internationalen Vereinbarungen vor.

Russland bestreitet Angaben aus Washington

Über den eigentlichen Vorfall gibt es nach wie vor unterschiedliche Darstellungen. Das Pentagon erklärt, dass bei den Gefechten rund um Al-Rakka der syrische Jagdbomber die kurdischen Kämpfer gezielt bombardiert hätte, die zum Bündnis der „Syrisch Demokratischen Kräfte“ (SDF) zählen. Gemeinsam mit arabischen Einheiten stellen die Kurden die Hauptkräfte bei der gegenwärtigen Offensive gegen die Islamisten. Zugleich befinden sich diese mit den Amerikanern verbündeten Kräfte aber auch in Opposition zur syrischen Regierung in Damaskus – welche wiederum von Russland unterstützt wird. Die russische Regierung erklärte, das Kampfflugzeug der syrischen Armee sei ausschließlich gegen IS-Stellungen vorgegangen und habe keine kurdischen Einheiten angegriffen.

Wie es in Washington heißt, wachsen die Spannungen zu einem überaus unglücklichen Zeitpunkt: Am 10. Juli sollen in der kasachischen Hauptstadt Astana die Friedensgespräche unter großer internationaler Beteiligung beginnen. Die Kooperation zwischen Moskau und Washington gilt als unerlässliche Voraussetzung für diese Verhandlungen.

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Von Stefan Koch/RND

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