Russisches Flaggschiff im Schwarzen Meer versunken

USA sind sich sicher: Russisches Schiff „Moskwa“ von ukrainischen Raketen getroffen

Der russische Raketenkreuzer „Moskwa“ in der Nähe des Hafens von Tartus in Syrien (Archivfoto aus dem Jahr 2015)

Der russische Raketenkreuzer „Moskwa“ in der Nähe des Hafens von Tartus in Syrien (Archivfoto aus dem Jahr 2015)

Washington. Die US-Regierung hat Angaben aus Kiew gestützt, wonach das gesunkene russische Kriegsschiff „Moskwa“ („Moskau“) Ziel von ukrainischen Raketen war. „Wir können bestätigen, dass das russische Schiff ‚Moskwa‘ von zwei ukrainischen Neptun-Raketen getroffen wurde“, sagte ein hochrangiger Beamter des Verteidigungsministeriums am Freitag in Washington. Am Donnerstag hatte sich das Ministerium mit einer Einschätzung noch zurückgehalten.

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Die „Moskwa“ – Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte – war am Donnerstag gesunken. Kiew verkündete, der Raketenkreuzer sei am Vorabend von zwei Neptun-Raketen getroffen worden. Die russische Seite gab dagegen an, das Schiff sei durch die Detonation von Munition an Bord beschädigt worden und dann beim Abschleppen bei stürmischer See untergegangen.

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Sieben Wochen nach dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine war die „Moskwa“ im Schwarzen Meer gesunken. Für die weitere Kriegsführung der Russen bedeutet der Untergang durchaus Probleme. Denn der russischen Flotte geht nicht nur jede Menge Feuerkraft verloren. Ihre Kriegsschiffe, die bislang ungehindert in ukrainischen Gewässern navigierten und von dort Landziele unter Beschuss nahmen, müssen sich darauf einstellen, zunehmend zum Ziel von Küstenbatterien zu werden.

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„Moskwa“: Putin nutzte sie für Staatstreffen

Zudem nutzte Putin das imposante Schiff immer wieder für Treffen mit wichtigen Staatsgästen. Im Jahr 2014 etwa empfing er auf der „Moskwa“ - damals lag der Kreuzer im Hafen der südrussischen Stadt Sotschi - den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi.

„Moskwa“ schwer beschädigt: Explosion auf russischem Schwarzmeer-Flaggschiff

Ein ukrainischer Beamter hatte zuvor erklärt, das Schiff sei von zwei ukrainischen Raketen getroffen worden.

Und auch darüber hinaus hat der Untergang der „Moskwa“ eine gewaltige symbolische Bedeutung. Immerhin handelt es sich um jenen Kreuzer, der in den ersten Kriegstagen nahe der Schlangeninsel von dem ukrainischen Marineinfanteristen Roman Hrybow aufgefordert worden sein soll: „Russisches Kriegsschiff, verpiss dich!“ Inzwischen ist dieser Spruch zu einem geflügelten Wort in der Ukraine geworden.

Erst am Dienstag - einen Tag vor dem Brand auf der „Moskwa“ - hatte die ukrainische Post Schlangeninsel-Briefmarken, -Karten sowie einen Sonderstempel herausgegeben.

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Überhaupt kommt aus Kiew nach dem Untergang große Häme. „Wo ist Moskau? Gesunken“, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch bereits am Donnerstag. Und Verteidigungsminister Olexij Resnikow twitterte schadenfroh, die Ukraine habe nun eine neue Attraktion für Taucher im Schwarzen Meer zu bieten. Auch er selbst wolle zu dem Schiffswrack hinunter schwimmen - „nach unserem Sieg im Krieg“.

„Moskwa“: Sind Soldaten ums Leben gekommen?

Bis Freitag gab das russische Verteidigungsministerium nicht bekannt, ob der Untergang der „Moskwa“ Todesopfer forderte. Aus Moskau hieß es zwar, die Besatzung sei nach einem Brand auf andere Schiffe der Schwarzmeerflotte in der Gegend gebracht worden. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, hingegen sagte dem TV-Sender CNN, es sei „wahrscheinlich“, dass es bei dem Vorfall Tote und Verletzte gegeben habe. An Bord seien bis zu 500 Soldaten gewesen.

„Ich weiß nicht, wie viele sie runtergebracht haben. Wir haben Hinweise gesehen, dass es Rettungsboote gab und dass einige Matrosen das Schiff verlassen konnten“, sagte Kirby, ein pensionierter Konteradmiral der US-Marine. „Aber falls es von einer Rakete getroffen wurde - selbst falls es nur eine interne Explosion war, die Munition verbrannt hat, so wie es die Russen sagen - wird man wahrscheinlich an Bord Tote und Verletzte haben.“

RND/dpa

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