Verdoppelung der Obergrenze: Klassenfahrten dürfen in Hessen nun bis zu 900 Euro kosten

In Hessen dürfen Klassenfahrten ins Ausland nun bis zu 900 Euro pro Kind kosten.

In Hessen dürfen Klassenfahrten ins Ausland nun bis zu 900 Euro pro Kind kosten.

Das Land Hessen hat die Elternbeiträge für Klassenfahrten verdoppelt. Das berichten unter anderem die „Bild“ und die „Frankfurter Rundschau“ (FR). Demzufolge gilt seit Anfang Februar eine Obergrenze für den Beitragssatz von 600 Euro pro Kind im Inland (vorher 300 Euro) und 900 Euro pro Kind bei Auslandsreisen (vorher 450 Euro).

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Voraussetzung dafür sei jedoch, dass das Geld über einen längeren Zeitraum angespart würde, so das hessische Kultusministerium.

„Das Kultusministerium hat mit der Erhöhung auf Hinweise von Elternvertretungen reagiert und den schulischen Handlungsspielraum erweitert“, zitiert die „Bild“ den hessischen Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Demnach sei jedoch bei der Planung von Klassenfahrten darauf zu achten, dass niemand aus finanziellen Gründen ausgeschlossen würde. Die Gesamtkosten müssten sich an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern orientieren.

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Elternbund und SPD kritisieren Verdoppelung der Obergrenze

Der Elternbund Hessen warnt den Berichten zufolge vor der Erhöhung der höheren Sätze. „Kinder aus finanzschwachen Familien haben eh’ schon schlechtere Bildungschancen“, zitiert die „Bild“ den Elternbund Hessen. „Da stellt sich die Frage nach dem Weltbild des Ministers“, heiße es weiter.

Die Verdopplung der Obergrenze sei eine zu starke Erhöhung. „Eine moderate Erhöhung wäre für uns nachvollziehbar gewesen, aber Kosten von 900 Euro für eine Klassenfahrt halten wir für völlig überzogen“, sagt das Vorstandsmitglied Volker Igstadt der „FR“. Mit der Erhöhung sei zu befürchten, dass immer weniger Kinder an Klassenfahrten teilnehmen könnten.

Der Fraktionschef der SPD im Hessischen Landtag, Günther Rudolph, sagt der „Bild“ zufolge: „Das ist ein Anschlag auf den Schulfrieden.“ Der Kultusminister müsse „die neuen Obergrenzen schnellstens kassieren“.

Lehrerverband und GEW befürworten mögliche Beitragserhöhung

Der Hessische Philologenverband sieht laut „FR“ mit der Erhöhung der Obergrenze für die Beiträge eine langjährige Forderung erfüllt. „Endlich werden die Obergrenzen den in der Corona-Pandemie stark gestiegenen Preisen sowie der derzeitigen Inflationsentwicklung angepasst“, sagte der Verbandsvorsitzende Reinhard Schwab demnach.

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Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) nennt die Erhöhung der Obergrenzen ebenso einen „längst überfälligen Schritt“. Es sei für Lehrkräfte in den vergangenen Jahren stets schwieriger geworden, „lehrreiche und interessante Fahrten“ zu organisieren, die sich an den bisherigen Kostenspielraum halten, sagte der hessische GEW-Chef Thilo Hartmann der „FR“.

Gleichzeitig mahnt Hartmann dem Bericht zufolge, der nun verdoppelte Beitragssatz würde insbesondere finanziell schwächere Familien unter Druck setzen. Bund und Land seien nun in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass niemand wegen der Kosten von einer Klassenfahrt ausgeschlossen würde.

RND/alx

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