Vertreibung, Plünderungen, Kindersoldaten: Uganda muss Hunderte Millionen Strafe zahlen

MONUSCO-Blauhelme stehen in der Nähe von Kibumba im Kongo nebeneinander. (Archivbild)

MONUSCO-Blauhelme stehen in der Nähe von Kibumba im Kongo nebeneinander. (Archivbild)

Den Haag. Der Internationale Gerichtshof hat Uganda zur Zahlung von 325 Millionen Dollar an den Kongo verurteilt. Die Summe solle den Kongo für Gewalt in einem jahrelangen Konflikt mit dem Nachbarland entschädigen, ordnete das höchste UN-Gericht am Mittwoch an. Damit blieb es jedoch weit unter dem Betrag von 11 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro), die der Kongo gefordert hatte.

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Bereits vor 15 Jahre hatte das UN-Gericht festgestellt, dass Gefechte ugandischer Truppen im Kongo gegen das Völkerrecht verstießen. Die Entschädigung, die dem Kongo nun für die Schäden an Menschen und Eigentum zugesprochen werde, spiegele das Leid wider, das Einzelne und Gemeinden als Folge von Ugandas Verletzung seiner internationalen Verpflichtungen widerfahren sei, erklärte die Präsidentin des Gerichts, die US-Richterin Joan Donoghue.

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Geldsummen in Schadenskategorien eingeteilt

Das UN-Gericht unterteilte die Geldsumme in mehrere Schadenskategorien: 225 Millionen Dollar für „Verlust von Leben und anderen Schädigungen von Personen“, darunter Vergewaltigung, Rekrutierung von Kindersoldaten und die Vertreibung von bis zu 500.000 Menschen. Weitere 40 Millionen Dollar wurden für Schäden an Eigentum festgelegt, 60 Millionen für Schäden an Rohstoffen, etwa die Plünderung von Gold, Diamanten, Holz und anderen Gütern durch ugandische Truppen oder von ihnen unterstützte Rebellen.

Hintergrund: Konflikt um Rohstoffe

In dem Verfahren ging es um einen seit Jahren tobenden Konflikt im rohstoffreichen Osten Kongos. Ein Streit um Land war eskaliert, in der Folge wurde die Provinz Ituri im Osten Kongos zum Zentrum eines regionalen Krieges, in dem die Nachbarländer in ihrem Ringen um Einfluss rivalisierende Milizen unterstützten. Die Kämpfe weiteten sich auch aus, etwa auf die weiter westlich gelegene Stadt Kisangani, wo laut Gerichtspräsidentin Donoghue Scharmützel zwischen ugandischen und ruandischen Truppen tobten.

RND/AP

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