Proteste gegen den russischen Krieg

Warum russische Putin-Gegner weiß-blau-weiße Fahnen schwenken

Ein Teilnehmer eines Friedensmarsches in Frankfurt/Main hält ein Plakat mit der Aufschrift „Russians are against the war“ (Russen sind gegen den Krieg). Im Hintergrund sind weiß-blau-weiße Flaggen der russischen Antikriegsprotestler zu sehen.

Ein Teilnehmer eines Friedensmarsches in Frankfurt/Main hält ein Plakat mit der Aufschrift „Russians are against the war“ (Russen sind gegen den Krieg). Im Hintergrund sind weiß-blau-weiße Flaggen der russischen Antikriegsprotestler zu sehen.

Weltweit gehen Menschen gegen die russische Invasion in die Ukraine auf die Straßen. Unter den Protestierenden befinden sich auch Russinnen und Russen, die sich im Ausland niedergelassen haben.

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Sie solidarisieren sich mit dem angegriffenen Land und verurteilen die Aggression von Kremlchef Wladimir Putin. Und viele von ihnen schwenken bei den Demonstrationen seit Wochen eine weiß-blau-weiße Fahne. Was hat es damit auf sich?

Russinnen und Russen demonstrieren in München gegen Putins Krieg.

Russinnen und Russen demonstrieren in München gegen Putins Krieg.

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„Unglücklicherweise hat die staatliche Propaganda und das Militär die russische Trikolor komplett für sich vereinnahmt“, erzählte Kai Katonina, eine russische Teilnehmerin an Protesten in Berlin, der britischen Zeitung „The Guardian“. Sie habe aber darauf aufmerksam machen wollen, dass sich auch russische Bürgerinnen und Bürger gegen den Angriff auf die Ukraine stellten. Viele andere Demonstrierende hätten sie und ihre Mitstreiter nämlich für Ukrainer gehalten. „Wir brauchten eine Flagge, die keine Verbindung zu Krieg und Gewalt hatte.“

Ein Symbol der russischen Demokratie

So sei ihre Gruppe auf die Idee gekommen, das Rot der russischen Flagge weiß zu übermalen. „Es ist, als ob jemand weiße Farbe über das Rot geworfen hätte, über das Blutvergießen, das in in der Ukraine vor sich geht“, sagte sie.

Die weiß-blau-weiße Fahne wurde ursprünglich in Weliki Nowgorod verwendet. Es ist eine der ältesten Städte Russland und zudem bekannt als Wiege der Demokratie, da es dort im 12. Jahrhundert eine Republik gab, an der die Bürgerinnen und Bürger auch teilhaben konnten. Laut Katonina, sei dieser Symbolismus wichtig für sie und ihre Gruppe.

Offenbar waren sie nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen waren. Auf Protesten in der ganzen Welt tauchte die weiß-blau-weiße Flagge des Widerstands gegen den russischen Angriffskrieg auf – anscheinend auch inspiriert durch die belarussischen Proteste infolge der umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2019. Damals nutzten Demonstrierende aus Protest eine weiß-rot-weiße Flagge, die ein Symbol der belarussischen Republik im Jahr 1918 war und heute Erkennungszeichen der Demokratiebewegung ist.

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Eine Frau hält in Göttingen ein weiß-blau-weißes Plakat mit der Aufschrift: „Stop Putin! No Putin, no war!“.

Eine Frau hält in Göttingen ein weiß-blau-weißes Plakat mit der Aufschrift: „Stop Putin! No Putin, no war!“.

„Z“-Symbol zur Unterstützung des russischen Angriffs auf die Ukraine

Menschen, die die Flagge in Belarus nutzen, werden vom Staat verfolgt. Ähnliches ist offenbar auch in Russland in Planung: Laut dem Bericht des „Guardian“ schlugen hohe Kremlbeamte bereits vor, die Flagge als „extremistisches Symbol“ zu verbieten.

Die staatliche Propaganda Russlands hat bereits ihr eigenes Symbol zur Unterstützung des Krieges kreiert: den Buchstaben „Z“. Dieser war zunächst vor allem auf Militärfahrzeugen zu sehen, die den russischen Invasionstruppen angehören. Inzwischen aber ist das Symbol omnipräsent: auf T-Shirts, Autos oder sogar als stille Unterstützung von Putins Krieg bei Sportwettkämpfen. In Deutschland ist das Zeigen des Symbols bereits in einigen Bundesländern wie Bayern und Niedersachsen verboten, andere Bundesländer prüfen ein Verbot noch.

RND/sic/dpa

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