Weniger Asylanträge im ersten Halbjahr - auch wegen Corona

Karlsruhe: Ein Schild mit der Aufschrift «Asyl» hängt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber (LEA) an einer Wand.

Karlsruhe: Ein Schild mit der Aufschrift «Asyl» hängt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber (LEA) an einer Wand.

Nürnberg. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sind im ersten Halbjahr 2020 deutlich weniger Asylanträge eingegangen als im Vorjahr. Das hängt auch mit der Corona-Pandemie zusammen, durch die zuletzt kaum noch Schutzsuchende nach Deutschland gekommen waren.

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Außerdem verzögerten sich aufgrund der Kontaktbeschränkungen zeitweise die Abläufe beim Flüchtlingsamt. Das Bamf zählte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nach eigenen Angaben 47.309 Erstanträge. Das waren rund 35 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019.

Wie die Behörde am Montag weiter mitteilte, stellten die Syrer mit rund 31 Prozent erneut die mit Abstand größte Gruppe unter den Antragstellern, gefolgt von Bürgern aus dem Irak (9,4 Prozent) und aus Afghanistan (7,6 Prozent). Rund sechs Prozent der Schutzsuchenden kamen aus der Türkei.

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Rund 49.000 Asylverfahren sind beim Bamf derzeit anhängig. Neben der Bearbeitung von Erst- und Folgeanträgen hat die Mitarbeiter der Behörde im ersten Halbjahr dieses Jahres die Überprüfung des Schutzstatus der Flüchtlinge aus der Zeit der sogenannten Flüchtlingskrise beschäftigt.

In 156.338 Widerrufsverfahren wurden 4745 Entscheidungen entweder widerrufen oder zurückgenommen. Das entspricht einem Anteil von drei Prozent.

Ausschlaggebend ist bei der sogenannten Widerrufsprüfung vor allem die Entwicklung im Herkunftsland. Die automatische Überprüfung soll aber auch dazu dienen, herauszufinden, ob inzwischen Hinweise auf falsche Angaben zur Identität aufgetaucht sind. Das ist auch aus Sicht der Sicherheitsbehörden wichtig.

RND/cle/dpa

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