Hilfe in Südeuropa

Wie Portugal und Spanien den Flüchtenden aus der Ukraine helfen

Freiwillige Helfer bereiten in Madrid im Logistik-Koordinationszentrum des öffentlichen Krankenhauses Enfermera Isabel Zendal Sendungen für die Ukraine vor. Es wurde von der Regionalregierung eingerichtet, um Hilfsgüter für die Ukraine zu kanalisieren.

Freiwillige Helfer bereiten in Madrid im Logistik-Koordinationszentrum des öffentlichen Krankenhauses Enfermera Isabel Zendal Sendungen für die Ukraine vor. Es wurde von der Regionalregierung eingerichtet, um Hilfsgüter für die Ukraine zu kanalisieren.

Madrid. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind seit dem 24. Februar infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine mehr als 1,7 Millionen Menschen geflüchtet, die meisten ins Nachbarland Polen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Viele Menschen aus den Nachbarstaaten haben sich auf den Weg nach Polen gemacht, um an der Grenze zu helfen, aber auch in vielen europäischen Ländern selbst gibt es Hilfsangebote. So zum Beispiel auch in Spanien und Portugal.

+++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen zu Putins Krieg im Liveblog +++

Portugal

„Angesichts der Not sind die Portugiesen großzügig“, sagt etwa José Traquina, Bischof von Santarém, in einem Interview am Sonntag. Die Hilfe kommt von allen Seiten, von Privatleuten, von Behörden, von Berufsverbänden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Viele Familien haben uns mit Geld oder Sachspenden geholfen oder ihre Häuser angeboten, um Familien aufzunehmen“, berichtete Olga Garasmsku vom Verband der Ukrainer in Portugal gleich zu Beginn der russischen Invasion. Seitdem hat die portugiesische Solidarität nicht nachgelassen, sondern zugenommen.

In Portugal leben rund 28.000 Ukrainer, sie bilden die fünftgrößte Ausländergruppe im Land. Dazu kommen noch gut 11.000 ukrainischstämmige Portugiesen. Fast 4000 Kilometer trennen sie von ihrer alten Heimat. Aus Portugal haben sich etliche Hilfskarawanen aus Dutzenden Autos auf den langen Weg nach Polen oder Rumänien gemacht, um dort ukrainische Flüchtlinge abzuholen.

„Ich wollte nützlich sein, ich wollte etwas tun“, beschreibt die 25-jährige Krankenschwester Beatriz Nobre aus Setúbal ihre Gründe, warum sie sich einer dieser Karawanen durch halb Europa angeschlossen hat. Die Regierung ist auf ihrer Seite und hat unbürokratischen Schutz für alle Ukraine-Flüchtlinge beschlossen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Spanien

Anders als in Portugal gibt es in Spanien politische Misstöne in Sachen Flüchtlingshilfe: Die Rechtsaußenpartei Vox macht bei jeder sich bietenden Gelegenheit klar, dass man bitte zwischen ukrainischen und allen anderen Flüchtlingen aus der Ukraine zu unterscheiden habe. Die meisten Spanier lassen sich davon nicht beeindrucken.

Die spanische Regierung habe wie die portugiesische schon früh großzügige Erleichterungen für alle Ukraine-Flüchtlinge beschlossen, „damit sie legal in unserem Land leben können, damit sie legal arbeiten können, damit sie wie jeder andere Bürger Zugang zu Bildung, Gesundheit und Sozialleistungen haben“, erklärte Ministerpräsident Sánchez.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft hat Spanien erfasst. „Sehr viele Familien bieten sich an“, berichtet Rafa Moreno von der Hilfsorganisation Coopera. „Wir bekommen ununterbrochen Mails von Privatleuten und Gruppen, die uns Wohnungen anbieten.“

Auch aus Spanien, wo 112.000 Ukrainer gemeldet sind – die elftgrößte Ausländergruppe –, machen sich Autokonvois auf den Weg in die Nachbarländer der Ukraine, um Flüchtlinge abzuholen, Kinder, Alte und Frauen. Alle halten zusammen. Nur Vox schert aus.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen