Zahl der zivilen Experten in Auslandseinsätzen sinkt

Ein deutscher Ausbilder der europäischen Trainingsmission EUTM Mali gibt malischen Soldaten Feedback im Anschluss an eine Übung. (Symbolfoto)

Ein deutscher Ausbilder der europäischen Trainingsmission EUTM Mali gibt malischen Soldaten Feedback im Anschluss an eine Übung. (Symbolfoto)

Berlin. Die Zahl der von Deutschland in internationale Auslandseinsätze entsandten zivilen Experten ist deutlich gesunken. Derzeit seien in internationalen und europäischen Stabilisierungs- und Trainingsmissionen 111 zivile Experten aus Deutschland im Einsatz, heißt es in der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. 2019 waren es noch 136.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Zahl der deutschen Polizisten in internationalen Einsätzen hat sich dagegen fast verdoppelt, von 51 vor einem Jahr auf nunmehr 92. Der Zoll entsendet derzeit drei und nicht mehr wie vor einem Jahr vier Beamte.

Nicht mitgezählt wurden laut Innenministerium bei dieser Aufstellung die Mitarbeiter in den Hauptquartieren von internationalen Organisationen.

Die Bundeswehr entsendet rund 3500 Soldaten in Auslandseinsätze.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eine wichtige Maßnahme ist, internationale Einsätze für Polizistinnen und Polizisten attraktiver zu gestalten.

Agnieszka Brugger,

stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Agnieszka Brugger, sagte dem RND: „Alle demokratischen Parteien sind sich einig, dass Konflikte nicht militärisch gelöst werden können und Deutschland mehr Verantwortung in der Außenpolitik übernehmen sollte. Trotzdem gibt es kaum Bewegung nach oben bei den zivilen Beiträgen Deutschlands in internationalen Missionen.“

Leider drehe sich die Diskussion viel zu sehr um militärische Fragen, dafür gebe es deutlich mehr Geld und Personal. „Gerade der Vergleich mit der Entsendung von Soldatinnen und Soldaten zeigt den großen Nachholbedarf bei Personal im zivilen und polizeilichen Bereich, das Verhältnis liegt derzeit bei 17 zu eins“, sagte Brugger.

„Die Bundesregierung muss hier deutlich mehr tun, damit die Fähigkeiten zur Konfliktlösung in internationalen Missionen verstärkt werden“, sagte die Grünen-Politikerin. „Eine wichtige Maßnahme ist, internationale Einsätze für Polizistinnen und Polizisten attraktiver zu gestalten. Solche Missionen sollten ein Schub und kein Knick für die Karriere bei der Polizei sein.“

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen