Kostenpunkt: 1,8 Millionen Euro

Venedig: Neuer Anlegeplatz für Kreuzfahrtschiffe eingeweiht

Ein Vaporetto (Wasserbus) fährt auf dem Canal Grande von der Haltestelle Accademia kommend in Richtung Kirche Santa Maria della Salute nahe dem Markusplatz. Die Barockkirche befindet sich an der Einfahrt zum Canal Grande, steht auf mehr als 10.000 Eichenpfählen und ist eines der vielen Wahrzeichen der Stadt.

Ein Vaporetto (Wasserbus) fährt auf dem Canal Grande von der Haltestelle Accademia kommend in Richtung Kirche Santa Maria della Salute nahe dem Markusplatz. Die Barockkirche befindet sich an der Einfahrt zum Canal Grande, steht auf mehr als 10.000 Eichenpfählen und ist eines der vielen Wahrzeichen der Stadt.

In Venedig wurde vergangene Woche ein neuer Liegeplatz für Kreuzfahrtschiffe mit dem dazugehörigen Terminal für Passagiere eingeweiht. Das teilt das Portal „tip-online“ mit. Das Kreuzfahrtterminal befindet sich allerdings nicht in der bei Reisenden beliebten Altstadt Venedigs – sondern im Gebiet von Marghera auf dem venezianischen Festland.

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Nach Angaben des Portals handelt es sich bei dem 1,8 Millionen Euro teuren Terminal um ein Provisorium. Die Gäste der Kreuzfahrtriesen werden in einem 1000 Quadratmeter großen Zelt abgefertigt, in dem sich auch abgetrennte Bereiche für Beamtinnen und Beamte des Zolls und der Grenzkontrolle sowie für Angestellte der Verwaltung befinden. Allein in diesem Jahr soll das Terminal 32 Kreuzfahrtschiffe aufnehmen.

Große Dampfer dürfen Venedigs Altstadt nicht passieren

Der Bau des neuen Terminals abseits der Altstadt war erforderlich, da große Kreuzfahrtschiffe das Becken von San Marco und den Canale delle Giudecca seit dem 1. August 2021 nicht mehr passieren dürfen. Im Detail gilt das Verbot für Schiffe mit mehr als 25.000 Bruttoregistertonnen Gewicht, mehr als 180 Metern Länge oder mehr als 35 Metern.

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Dem Verbot waren jahrelange Proteste von Bürgerinitiativen und eine ebenso lange Verzögerungs- und Hinhaltetaktik der venezianischen Behörden vorausgegangen. Beschlossen wurde die Verbannung der großen Kreuzfahrtschiffe aber erst, nachdem die Unesco gedroht hatte, Venedig auf die „Rote Liste“ derjenigen Weltkulturerbe-Städte zu setzen, die diesen Status verlieren könnten. Venedig und seine Lagune sind seit 1987 Unesco-Weltkulturerbe.

Kreuzfahrtschiffe sollen ganz aus der Lagune verschwinden

Dass die großen Schiffe nun den Industriehafen Marghera anlegen, ist nur eine Übergangslösung. Langfristig sollen die Kreuzfahrtriesen ganz aus der Lagune mit ihrem gefährdeten Ökosystem verbannt werden, nicht nur aus der unmittelbaren Nähe von Venedigs Altstadt.

Denn um die Schiffe nach Marghera umleiten zu können, müssten die bestehenden Fahrrinnen zum Containerterminal vertieft werden, was für das Ökosystem der Lagune ebenfalls schädlich ist. Entsprechende Pläne sind bereits vorhanden; bis das Projekt realisiert sein wird, dürften aber noch mehrere Jahre vergehen.

RND/jaf

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